Die Stadt der Zukunft

City of Chicago © Google Maps

Das Leben in der Stadt der Zukunft war dieses Jahr Thema der Chicago Ideas Week. Mit 25.000 Teilnehmern aus verschiedenen Schwerpunktbereichen und einem breit gefächerten Programm, ist die Chicago Ideas Week ein Gedankenaustausch mit einem recht interessanten Pool an Querdenkern und Speakern. Allein dieses Jahr waren von Autoren, Professoren, professionellen Footballspielern über sonstige Universitätsbedienstete bis hin zu Musikern und Schauspielern (Gary Sinise!) eigentlich alle Arten von Personen vertreten, die eine Beziehung zur Stadt Chicago haben.

Lösungen für die Stadt der Zukunft

Mit dem im englischen doch recht doppeldeutigen Titel: „Cities: Concrete Solutions“ fand am Freitag eine Veranstaltung diverser Experten aus dem urbanen Bereich statt, in der es um die Frage nach der Stadtentwicklung der nächsten Jahre ging. Wie sieht das Leben in der Zukunft innerhalb der Städte aus? Was muss die Stadtentwicklung und hier vor allem die us-amerikanische Stadtentwicklung angehen, um Entwicklungsprobleme zu vermeiden? Wie entwirft man ein Parkleitsystem, das ausnahmsweise einmal funkioniert und vor allem fahrerfreundlich ist?

Intelligente Parkleitsysteme

Beginnen wir doch direkt mit diesem Punkt. Durchschnittlich 30% des Verkehrs in Städten kommt durch Parkplatz suchende Autofahrer zustande. Auf der Suche nach einer Parklücke, die näher am Zileort ist als die ÖPNV-Haltestelle um die Ecke, nimmt der geneigte Autofahrer gerne einmal den ein oder anderen Umweg in Kauf. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und irgendwo hat man bei den ersten drei Durchfahrten durch die eigene Straße bestimmt einen Parkplatz übersehen. – Und wenn nicht, dann sind die verbliebenen Parklücken bei der dritten oder vierten Durchfahrt zumindest gefühlt größer geworden, weshalb man es an der ein oder anderen Stelle ja doch einmal probieren könnte.

Was wäre aber, wenn man von vornherein wüsste, wo es noch freie Parkplätze, Parkbuchten oder Parkhäuser gebe? Die Firma Streetline versucht sich momentan gerade genau an diesem Problem. Mit Hilfe von Sensoren und der firmeneigenen App soll dieses Problem angegangen werden. Derzeitige Versuchsgebiete sind Los Angeles und die (mit sehr vielen Firmen gesegnete) Stadt Birmingham.

Die App zeigt an, wo es freie Parkmöglichkeiten gibt, wie viel diese (und ob diese etwas) kosten und soll so den Parksuchverkehr in den Städten auf Dauer etwas eindämmen. Zukünftig sollen diese Daten dann noch dazu genutzt werden, die Parkpreise dynamischer zu gestalten. Wer zentral parken möchte, muss dann eben den ein oder anderen Euro (bzw. Dollar) mehr bezahlen. – Hat dafür aber vermutlich auch höhere Chancen einen freien Parkplatz zu ergattern.

Selbstständig reagierende Gebäude

Im Bereich der Bauentwicklung wurden unter anderem Schlagworte angesprochen, die man nicht unbedingt mit Gebäuden und der Stadtentwicklung in Verbindung bringt. „Realtime“ und „Crowdsourcing“ waren zum Beispiel nur zwei von den erwähnten Punkten. Mittels spezifischer Baumaßnahmen, soll es in Zukunft möglich sein, dass Gebäude selbst durch die Hilfe von Sensoren auf mögliche Baumängel hinweisen. In Realzeit werden Verschleißteile geprüft und überwacht, so dass Infrastrukturmängel wie beschädigte Leitungen oder verstopfte Lüftungsschächte und kaputte Lampen ausgewechselt werden können, bevor eine Gefahr von ihnen ausgeht.

Im Bereich des Crowdsourcings waren vor allem Menschenansammlungen in Gebäuden ein Thema. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Kinosaal, der die Temperatur nach der Anzahl der Besucher ausrichtet? Oder einem Bürogebäude, dass die Energie an die Punkte bringt, in denen gerade die meiste Arbeit anfällt bzw. Licht und Wärme selbstständig reguliert, wenn der sprichwörtlich Letzte vergessen hat eben dieses auszustellen?

Innovative Stadtzukunft

Im Rahmen der Chicago Ideas Week wurden, nebenbei für einen Eintrittspreis von 15 US$, einige interessante Themen angesprochen. Besonders das Konzept, welches sich hinter Streetline befindet, finde ich sehr interessant. Sicherlich wird es noch einiges an Zeit dauern, bis sich solch ein System nach Deutschland verirrt, aber in Anbetracht der Tatsache, dass mein liebstes Hobby nach der Arbeit die Parkplatzsuche ist, würde ich bestimmt zu den ersten Nutzern einer solchen App gehören.

Mehr Informationen zur Chicago Ideas Week gibt es noch bei Facebook und Twitter.

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