Stadt der Zukunft

Die Stadt der Zukunft bzw. die Zukunftsstadt ist in 2015 das Thema des Wissenschaftsjahres. Vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und gestern von der Bundesministerin Prof. Dr. Johanna Wanka offiziell eröffnet, widmet sich das Wissenschaftsjahr ganz dem Thema Zukunft in Städten. Thematisch liegen die Schwerpunkte in den Bereichen digitale Infrastruktur, Mobilität, Demographischer Wandel und Lebensqualität. Unter dem Gesichtspunkt nachhaltige Stadt sollen Innovative Ideen gefördert und umgesetzt werden, wie man den Pressemitteilungen und Informationsbroschüren auf den Seiten der Zukunftsstadt entnehmen kann.

Werde Stadt der Zukunft

Bis zum 27. März können sich Kommunen für die erste Phase des Wettbewerbes Zukunftsstadt bewerben. Eine einfache Projektskizze, in der die eigene Vision einer Stadt der Zukunft verdeutlicht wird, reicht hierfür bereits aus. Laut dem BMBF als Initiator sind Kommunen dazu aufgerufen, gemeinsam mit den Stadtbewohnern, der lokalen Wissenschaft, Verwaltung und den ortsansässigen Unternehmen nach Lösungen und Ideen zu suchen, die eine ganzheitliche Zukunftsvision ermöglichen sollen. Ab 2016 sollen dann (wir sind ja schließlich beim öffentlichen Dienst und wollen nichts vorschnell angehen) 20 Kommunen diese Vorstellungen genauer ausarbeiten und Konzepte für eine Umsetzung erstellen. Zur abschließenden Phase werden dann maximal acht Städte die Möglichkeit erhalten, ihre innovativen Ideen im Rahmen des Projektes in die Tat umzusetzen. Mit Hilfe dieser „Reallabore“ sollen dann Informationen gesammelt und Visionen getestet werden, um die Städte der Republik zukunftsreif zu machen.

Bewerbungen von Städten und Kommunen können direkt bei der Forschung für nachhaltige Entwicklung (FONA) beim BMBF bis Ende März abgegeben werden. In der ersten Phase können bis zu 35.000 Euro an Fördergeldern zur Umsetzung der Projektskizze beantragt werden und auch bestehende Konzepte, die der Vision Zukunftsstadt entsprechen können eingereicht werden.

Fachkongress Stadt der Zukunft – Zukunft der Stadt

Wie ich sowohl meinem virtuellen als auch meinem „analogen“ Postfach entnehmen kann, findet am 7. und 8. Juli 2015 im Haus der Wirtschaft in Stuttgart der dazu passende Kongress für interessierte Vertreter aus Städten und Gemeinden sowie den dazu gehörigen wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Interessenvertretern statt. In zwei Tagen gibt es neben der Keynote von Günther Öttinger sowie den jeweiligen Begrüßungsreden von Joachim Dorfs (seines Zeichens Chefredakteur der Stuttgarter Zeitung) Vorträge und Diskussionen zu den eingangs bereits erwähnten vier Hauptthemen:

  • Digitale Infrastruktur in der Stadt
  • Mobilität in der Stadt
  • Demographischer Wandel und die Folgen für die Stadtentwicklung
  • Lebensqualität in der Stadt

Mich persönlich würden ja besonders der erste und letzte Punkt interessieren. Immerhin wird ersterer in der Telekom-Hochburg Bonn durchaus ansehnlich umgesetzt, während letzterer ja durch einige klagewütige dazugezogene Spaßbremsen und Neubauten ohne vernünftige Parkplätze in Innenstadtnähe her weniger Umsetzung in der Bundesstadt findet. Aber wer kann schließlich auch damit rechnen, dass es in der Altstadt auch einmal lauter wird (an Karneval) oder ein Wohnort in Marktplatznähe auch einmal Passanten in die Stadt lockt (zum Weihnachtsmarkt).

Gern geschehen 😉

Abwechslungsreiches Programm, kaum Stadtvertreter

Im Großen und Ganzen finde ich das Programm des Stadt der Zukunft Kongresses recht abwechslungsreich. Auffällig abwesend sind hier aber für mich ein wenig die Stadtvertreter, während die Global Player der Unternehmen dann vielleicht doch etwas überdurchschnittlich vertreten sind. Sicherlich können die Vertreter von Microsoft, IBM und Bosch zum Thema digitale Infrastruktur etwas beisteuern, aber die Frage, inwieweit Wirtschaft sowie Städte oder Wissenschaft hier in eine Richtung bewegen, sei einmal in den Raum gestellt.

Aber vielleicht bin ich da auch nur ein wenig voreingenommen 😉

Smart City konkret

Sagen wir einfach, dass ich damals bei dem Geländepraktikum mit Prof. Dr. Wiegandt und Michael Lobeck in der T-City Ludwigshafen einigen Spaß hatte und interessante Interviews (Frau B. aus L. war der Hammer) machen konnte und eine Woche für Umfragen die Luft am Bodensee genießen konnte.

Viele weitere Veranstaltungen und Stadtimpressionen

Da ich endlich meinen Freitag Abend genießen möchte, will ich noch kurz auf die zahlreichen anderen Veranstaltungen vom Wissenschaftsjahr 2015 eingehen. Diese reichen immerhin von Sonntagsvorlesungen bis SchulKinoWochen, schließen viele Städte mit in die Vision Zukunftsstadt mit ein und sind für lokale Geographen und Urbanisten sicherlich einen genaueren Blick wert. Wer also in Berlin, Lübeck, Koblenz oder Hannover wohnt, kann sich den Sommer auf ein paar thematische Veranstaltungen freuen.

Mehr zu der Wissenschaft vor Ort und den teilnehmenden Städten (ja, auch Bonn ist dabei) findet man ansonsten hier.

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