Speicherstadt und Kontorhausviertel von Hamburg werden UNESCO-Welterbe

Lange hat es gedauert, aber die Hamburger Speicherstadt sowie das Kontorhausviertel sind nun von dem UNESCO-Welterbekomitee gemeinsam mit dem Chilehaus in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen worden, wie u.a.Destinet gestern berichtete. Die 39. Sitzung des Welterbekomitees, welche zwischen dem 28. Juni und 8. Juli in Bonn tagt(e), entschied am 5.7.2015 die Hamburger Speicherstadt mitsamt Kontorhausviertel und Chilehaus in die Liste der Kulturerbe aufzunehmen.

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Das zwischen Binnenhafen, Zollkanal und Sandtorhafen befindliche Gebiet wurde zwischen 1885 und 1927 erbaut und war maßgeblich an dem rasanten Aufstieg der Hansestadt im internationalen Handel in ebendieser Zeit beteiligt. Das Lagerhauskonglomerat ist der größte zusammenhängende, auf Eichenholzpfählen erbaute Speicherhauskomplex der Welt und verbindet laut Welterbekomitee in beeindruckender Weise die historischen Industriewurzeln der Hansestadt mit dem wirtschaftlichen Modernismus der heutigen Zeit.

Außerdem, ist die Speicherstadt, sofern mich meine Erinnerungen der Hamburg-Exkursion 2008 nicht im Stich lassen das erste, ausschließlich für die Bürofunktion genutzte Viertel in Europa. Während es im 20. Jahrhundert zum Beispiel in den USA schon Begriffe wie Downtown, CBD (Dentral Business District) und eine ausgeprägte Tag-Nacht-Bevölkerung in diesen Bürovierteln gab, bekam dieses Konzept in Europa erst mit der Hamburger Speicherstadt ein ebenbürtiges Pendant.

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Entstanden aus den Elbinseln Kehrwieder und Wandrahm vor den Toren der Hamburger Altstadt, sind die 15 Lagerhäuser der Speicherstadt vor allem aufgrund der neogothischen Backsteinarchitektur mitsamt der markanten roten Backsteine den Hamburg-Besuchern und -Fans ein Begriff.

Noch bevor die Speicherstadt gänzlich fertiggestellt war, begann ab 1920 der Bau des Kontorhausviertels, der bis etwa 1940 andauerte. Noch heute wirken die eigentlich funktionell gebauten Gebäude modern und hochwertig und gelten als Glanzpunkt des Hambuger Städtebaus.

Nachdem zu Beginn der 200er Jahre die Freihafengrenze immer wieder verlegt wurde, gehört die Speicherstadt zollrechtlich wieder zum deutschen Inland und wird daher kaum noch als Umschlagplatz (vor allem für Teppiche) genutzt, sondern besticht durch touristische Nutzungen wie den Hamburg Dungeon, verschiedene Museen und die größte Modelleisenbahnanlage der Welt.

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Insgesamt ist Hamburg nun die 40. Welterbestätte in Deutschland und eine von 23 weiteren Stätten, die in Bonn neu auf eine der Listen für die Welterbestätten kamen. Außerdem sind sie nun noch ein Grund mehr, warum ich mich auf meinen Hamburg-Trip im Oktober freuen kann. 😉

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Sicherlich fragen sich jetzt alle, wer hier schreibt: Mein Name ist Helen Schrader, seit 2010 bin ich Diplom-Geographin (Uni Bonn) und eigentlich bin ich bei PIXUM in Köln im Bereich Online Marketing tätig. In meiner Freizeit schreibe ich an UrbanFreak und versuche der Geographie zumindest ein wenig treu zu bleiben.

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