Sozialräumliche Polarisierung auf Kreuzfahrtschiffen

Eigentlich fährt man in den Urlaub, um Urlaub zu machen. Doch das, was ich an Bord der TUI „Mein Schiff“ erlebt habe, bot sich geradezu an als Beobachtungsstudie verfolgt zu werden. So habe ich das getan, was Geographen wohl immer machen: die Situation erforscht – auf dem Schiff, jenseits des Schiffes und zwischen den Schiffsgästen.

Zur Aufklärung der Situation vorneweg: unter normalen Umständen könnte und wollte ich mir gar keine Kreuzfahrt leisten! Allerdings arbeitet mein Bruder auf der „Mein Schiff“ und als Crewmitglied besteht die Möglichkeit, Familienmitglieder über den sogenannten family travel einzuladen. Dieser Einladung, zwei Wochen Karibik, bin ich nachgekommen und habe Folgendes zu berichten.

Spannung, Spiel und Spaß – das Ü-Ei für Erwachsene

Eine Seefahrt die ist lustig
Eine Seefahrt, die ist schön
Denn da kann man fremde Länder
Und noch manches andre sehn.

Die ersten vier Zeilen des alten deutschen Volksliedes scheinen ihre Gültigkeit bis heute nicht verloren zu haben und liefern einen ersten Grund warum heutzutage immer mehr Menschen einen Kreuzfahrurlaub machen. Kreuzfahrten stellen eine Mischung aus Camping- und Cluburlaub auf hohem Niveau dar; verkörpern das Gefühl alles an einem Ort zur gleichen Zeit zu bekommen, der all-in-one Urlaub schlechthin zu sein.

Dass das Kreuzfahrtbusiness boomt, zeigt auch die Statistik. Im Jahr 2011 haben 1,4 Mio. Deutsche auf Hochseekreuzfahrtschiffen Urlaub gemacht. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Anzahl der Passagiere um 13,8 %, der Umsatz um 14,8 % auf 2,1 Mrd. Euro. Damit liegt Deutschland im europäischen Vergleich des Kreuzfahrttourismus auf Rang zwei. Die Bedeutung der deutschen Hochseeschifffahrt ist gemessen am internationalen Markt aber noch sehr gering und im Vergleich zu den USA stark ausbaufähig. Denn in Amerika werden mit dem Kreuzfahrttourismus jährlich 40,2 Mrd. Dollar (2009) Umsatz erwirtschaftet bei 14,3 Mio. Passagieren.

Auf die steigende Nachfrage im Kreuzfahrtgeschäft hat der Markt jedoch schnell reagiert. Davon profitiert insbesondere der Arbeitsmarkt. So stieg die Zahl der Arbeitsplätze in den letzten Jahren, sowohl bei Reedereien als auch bei Reiseunternehmen, auf 36.000 Arbeitsplätze an. Der Neubau von sieben Kreuzfahrtschiffen im Jahr 2012 und die in Planung sowie die im Bau befindlichen Hochseeschiffe unterstreichen diese Entwicklung nochmals.

So trägt die Kreuzfahrtbranche 12,4 % zum Gesamtumsatz des Veranstaltermarktes in Deutschland bei, ist ein „unverzichtbarer Bestandteil des touristischen Angebotes und zugleich ein entscheidender Wachstumsmotor des deutschen Touristikmarktes“ so Sebastian Ahrens, Vorsitzender des DRV-Ausschusses (Deutscher Reiseverband).

Die Sehnsucht nach einem „Self-gating“

Wer Sehnsucht nach Abgeschlossenheit verspürt findet Sie auf einem Kreuzfahrtschiff. Wie eine schwimmende Stadt gleichen die weitestgehend autarken Schiffe einer Gated Community. Der Zutritt ist nur Befugten gestattet und temporär erkauft. Mittels einer Identifikationskarte erfolgt der Einlass, die jedes Betreten und Verlassen des Schiffes dokumentiert und alle schiffsinternen Wege und Verhaltensmuster erfasst, da sie ebenfalls als Zahlungsmittel fungiert. Resultat ist der durchschaubare und kontrollierte Passagier, der aus Sicherheitsgründen alle Bedenken hinsichtlich seiner Privatsphäre zu vergessen scheint oder freiwillig in Kauf nimmt. Auch andere Sicherheitsmaßnahmen, die an Land für Aufruhr und Kritik sorgen würden, werden kommentarlos von den Gästen hingenommen. So mag die Sicherheit im Vordergrund der Videoüberwachung liegen (v. a. im Hinblick auf mögliche Brände, die die größte Gefahr für Kreuzfahrtschiffe darstellen) doch wundert es mich, dass die meisten Kameras, zumindest die sichtbaren, um den Pool angebracht sind. Generell gibt es wohl keine Stelle auf dem Schiff, die nicht videoüberwacht wird. Für sicherheitsliebende Gäste und Abgrenzungsliebhaber bietet eine Kreuzfahrt demnach genau das richtig Urlaubsterrain. Verhaltensregeln werden am ersten Tag (v. a. für den Notfall) kommuniziert, sind aber auch schriftlich in Broschüren und dem tägliche erscheinenden Newsletter nachzulesen.

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Festzuhalten bleibt, dass Kreuzfahrtschiffe auf der Makroebene eine abgeschlossene Einheit einer gemischten Bevölkerungsstruktur abbilden, die sich auf der Mikroebene durch eine funktionale sowie soziale (gewollt produzierte) Entmischung ausdifferenziert. Die gleichgesinnten Kreuzfahrtfans unterscheiden sich nämlich sehr genau in Form ihrer Lebenseinstellungen, ihrem Alter und ihrem Einkommen.

Separierung als Schutz

Arbeit ist kein Urlaub. Das gilt, auch wenn es anders klingt, für die Crew des Schiffes. In dieser Tatsache begründet liegt die strikte Trennung (räumlich und funktional) von Gast und Arbeiter. „Weggesperrt“ wird die Crew hinter Wasserschutztürenauf den untersten Decks neben oder über Lager- und Maschinenräumen. Andersherum gilt hier aber auch: authorized person only und Warning: no guests allowed in this area; please turnaround. Any crewmembers bringing guests into this area are subject to dismissal by the master. Die Separation findet auf beiden Seiten und auf der Grundlage strenger Verhaltensregeln statt, die bei Missachtung zum Jobverlust führen. So schreibt der (Verhaltens-)Kodex für die Mitarbeiter nicht nur ein gepflegtes Äußeres vor, sondern auch Benimmregeln gegenüber dem Gast. Private Treffen sind untersagt, Annäherungsversuche werden aber dennoch unternommen (von beiden Seiten wohlgemerkt) – man(n) sollte sich eben nur nicht erwischen lassen.

Obwohl sich bei einer sieben-Tage-Arbeitswoche die Trennung von Beruflichem und Privaten schier aufgelöst hat, haben auch Crewmitglieder ihre Rückzugsräume und verstehen diese weniger als Diskriminierung denn als Schutz. Hier haben sie alles, was die Gäste auch haben, nur nicht in der Luxusedition: einen Pool mit Sonnenfläche, einen Gemeinschaftsraum, der als Bar und Diskothek nutzbar ist sowie einen Sportbereich.

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Die Kabinenzuteilung erfolgt in Abhängigkeit von der Position des Crewmitglieds, für die gilt: je wichtiger die Tätigkeit der Person, äquivalent je höher der Rang, desto besser die Kabine. Besser heißt in diesem Falle im Besitz einer Einzel- und Außenkabine auf Deck 3 am Bug zu sein, die man z. B. als Offizier zugewiesen bekommen kann. Im Umkehrschluss entspricht die Lage am Heck (in der Nähe der Schiffsschraube) in einer innenliegenden Kabine, die man sich mit bis zu fünf weiteren Personen teilen muss, dem niedrigsten Tätigkeitsniveau eines Crewmitglieds (Wäschereiangestellte, Reinigungspersonal). Platz wird in diesem Bereich nicht verschenkt, daher sind die Flure für die Crew extrem schmal, die Kabinen (überwiegend Sechser-Zimmer) nur zwölf Quadratmeter groß. Insgesamt arbeiten ca. 800 Crewmitglieder aus 52 Nationen auf der „Mein Schiff“ (eine annähernde 1:1 Betreuung der Gäste). Dabei lässt sich die Tätigkeit der Crewmitglieder geographisch von ihrem Herkunftsland ableiten. So arbeiten in der Raumpflege und der Wäscherei überwiegend Asiaten, in der Küche, im Servicebereich und als Guides Deutsche und Österreicher, Ingenieure und Mechaniker kommen aus Südeuropa. Untereinander spricht man mehr oder weniger gut Englisch bzw. seines Landessprache. Der eigens angestellte Deutschlehrer hat allerdings Sorge dafür zu tragen, dass alle ausländischen Mitarbeiter über Deutschgrundkenntnisse verfügen, da die offizielle Bordsprache Deutsch ist.

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Zur (Pol-)Arisierung

Hat man seinen Platz gefunden
sich gewöhnt und orientiert
präsentiert man sich und sein Verhalten
gänzlich frei und ungeniert.

International geht der Trend auf Kreuzfahrtschiffen in Richtung „Passagier-Mix“. Ganz anders sehen das die Deutschen, die nach ihrem Urlaubsverständnis ausschließlich unter sich bleiben möchten. Dass Deutsch die Schiffssprache an Bord ist, ist den Schiffsgästen Umfragen zufolge besonders wichtig. Dieser Wunsch des „Unter-sich-Bleibens“ spiegelt sich auch in den neuen Tourismustrends wider, die die Differenzierung gleich vorweg nehmen. Hier werden Schiffe für gleichgerichtete Lebensstilgruppen wie Familien, Homosexuelle oder Rentner angeboten. Routen mit „FSK-Richtlinien“ und Angeboten für adults only sind keine Seltenheit mehr. „Das klassische Kreuzfahrtangebot wird mit immer mehr speziellen Zielgruppenangeboten ergänzt, so dass sich noch mehr Urlauber für diese unvergleichliche Reiseart entscheiden“, so der stellvertretende Vorsitzende des DRV-Ausschusses Guido Laukamp. Daneben steigt die Anzahl an Themenurlauben mit zielgruppenspezifischen Angeboten wie z. B. die Udo-Lindenberg-Tour auf der „Mein Schiff“. Wie hoch die Nachfrage nach diesen Angeboten ist zeigt sich daran, dass innerhalb weniger Tage die Tickets für diese Reise restlos ausverkauft waren. Vorreiter im „Kampf“ um den Urlaub für bestimmte Lebensstilgruppen ist Amerika. Mit dem Disney-Schiff, das eigens auf die Wünsche und Bedürfnisse von Kindern ausgelegt ist, werden diese früh an den schwimmenden Urlaub herangeführt und als Zielgruppe für die Zukunft erschlossen.

Neben der Stufe 1: Schiff oder Land und der Stufe 2: Crew oder Gast, geht die dritte Stufe der Separierung an Bord auf die klassische Differenzierung innerhalb der Besucherschaft entsprechend ihrer „Klasse“ zurück.

Grundlegend für die sich derart ausbildende Separierung und Polarisierung ist die Kenntnis des Schiffaufbaus: Die „Mein Schiff“ ist 262,5 m lang, 32,2 m breit und hat 956 Kabinenzimmer auf sechs der insgesamt 13 Decks. Grundsätzlich voneinander zu unterscheiden sind Innen- von Außenkabinen, unter die auch Balkon- und Verandakabinen sowie Suiten fallen. Unter Berücksichtigung der Destination, der Reisedauer und der Saison kosten eine Kabinen zwischen 800 und 2.200 Euro pro Woche.

Innenkabinen sind 16 m2 groß und am preisgünstigsten (800 bis 1.000 Euro), wobei A-, B- und C-Kategorien voneinander zu unterschieden sind. Wie der Name vermuten lässt, liegen sie im Innenbereich des Schiffes und haben keine Fenster. Außenkabinen von 17 m2 Größe (Preis ab 1.000 Euro) verfügen über Bullaugen für den Blick nach draußen. Zusätzliche Freiflächen für mehr Meerblick bieten Balkon- und Verandakabinen, die über einen Außenanbau von 5 bis 9 m2 verfügen. Familienkabinen sind mit 20 m2 fast genauso groß wie Junior Suiten mit 22 m2 (1.700 Euro). Letztere verfügen über 13 bis 19 m2 Verandafläche. 24 m2 Außenfläche für den persönlichen „Freigang“ bieten Suiten (2.200 Euro), deren Wohnfläche noch einmal doppelt so groß ist wie die der Junior Suiten.

Mit zunehmendem Preis je Kabinenkategorie, sinkt die verfügbare Kabinenanzahl bei gleichzeitig steigender Exklusivität. Es gibt zwölf Suiten sowie 39 Junior Suiten (5 %), 14 Familienkabinen (1 %), 174 Verandazimmer (15 %), 188 Balkonzimmer (24 %), 225 Außenkabinen (24 %), davon 7 barrierefreie Kabinen (ausschließlich auf Deck 5), und 304 Innenkabinen (31%).

Die Namenswahl der Decks resp. der „Wohn-Quartiere“ gibt unterschwellig die (finanzielle) Lage der Passagiere preis: „Seestern“ (Deck 4) und „Pier“ (Deck 5) beherbergen zuunterst die „ranguntersten“ Gäste von Innen- und Außenkabinen der Kategorie B und C. Sie werden abgelöst von „Muschel“ (Deck 8) und „Koralle“ (Deck 9) mit einer zunehmenden Anzahl von Balkon-, Veranda- und Familienkabinen, der Mitte bzw. Mittelschicht. „Perle“ (Deck 10) und „Horizont“ (Deck 12) verfügen neben Verandakabinen über Suiten und Junior Suiten höchster Wertigkeit und Gäste höchster Einkommensklassen.

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Der größte Anteil der Kabinen befindet sich auf Deck 8 bzw. Deck 9 mit jeweils 247 Kabinen. Von hier aus sinkt die Kabinenanzahl sowohl nach unten (Deck 4: 177 Kabinen, Deck 5: 77 Kabinen plus Rezeption) als auch nach oben (Deck 10: 170 Kabinen, Deck 12: 43 Kabinen). Für das notwendige Gleichgewicht im Schiffskörper liegen das große Restaurant und das Theater auf Deck 6 und 7, der Schwerpunkt befindet sich Unterwasser auf Deck 2 im Maschinenraum. Die Verteilung liegt statischen Planungen zugrunde, spiegelt gleichzeitig aber auch die Statusunterschiede seiner Gäste wider.

Kreuzfahrtschiffe zeigen hinsichtlich ihrer Kabinenbelegung eine dezentrale Konzentration statushöherer Personen am höchstgelegenen Punkt des Schiffes, seiner Peripherie, auf. Statt auf die Grüne Wiese ziehen auf dem Schiff gut situierte Personen ans Blaue, genau zwischen Himmel und Meer, an den Punkt, der am weitesten entfernt von der Crew und den Statusniedrigsten an Bord ist. Dadurch ergibt sich eine vertikale Abstufung der Bewohnerschaft auf dem Schiff für die gilt: je höher das Einkommen, desto größer, teurer und höher gelegen die Kabine. Im Umkehrschluss heißt das, dass der Sozialstatus der Schiffsbewohner nach untern abnimmt.

Neben der Fragmentierung von unten nach oben geht auch eine vertikale Differenzierung, von innen nach außen, durch das Schiff, die anhand der Kabinenwahl (Innen- und Außenkabine) festgemacht werden kann. Polarisierende Effekte ergeben sich ebenfalls von hinten nach vorne, sprich vom Heck, dessen Kabinen unter dem Einfluss der lärmenden Schiffschraube (bis auf Deck 4 hörbar), den Schornsteinemissionen (je nach Windrichtung und -stärke) und der begrenzten Aussicht in Fahrtrichtung (durch die Länge des Schiffes) stehen, zum Bug.

Allgemein ist festzuhalten: Je höher die Kabine liegt, desto größer ist sie und desto besser ist ihre Ausstattung (Balkon, Sonnenlicht, Meerblick). Die Flure werden nach oben hin breiter, die Kabinendichte und damit die Anzahl an Kabinennachbarn nehmen ab. Die dadurch zustande kommende sozialräumliche Polarisierung lässt sich auch anhand des Fotos und dem Sprichwort „von oben herab“ sehr gut charakterisieren.

Blick vom KreuzfahrtschiffPreislich gesehen ergibt sich schon die Frage, warum der Entschluss eine Kreuzfahrt zu machen überhaupt erfolgt wenn doch die Kosten, die einer Pauschalreise um ein Vielfaches übersteigen. Denn der durchschnittliche Reisepreis eines Kreuzfahrttrips liegt bei 1.710 Euro pro Person und Fahrt. Statistiken der DRV gehen bei ihren Kreuzfahrtgästen von einem durchschnittlichen Haushaltseinkommen von 93.000 Dollar aus (> 70.000 Euro), um sich ein derartiges Vergnügen überhaupt leisten zu können. Finanziell schwächer gestellte Personen können sich trotz massentouristischer Erschließung diese Reiseart nicht leisten und werden vornherein ausgeschlossen. Aber auch ohne „arme“ Gäste an Bord kommt es zur Segregation – wenn auch nur zwischen mittleren und gehobenen Einkommensschichten.

Aus der Korrelation von Kabinenpreis und (Einkommens-)Status der Person in Abhängigkeit vom Alter erschließt sich ein weiterer Zusammenhang. So lässt sich sagen, dass je teurer die Kabine und je wohlhabender der Gast ist, dieser umso älter ist. Älter heißt in diesem Falle nicht zwingend alt, sondern im besten Alter, um eine Kreuzfahrt zu genießen und dafür entsprechend finanzielle Grundlagen mitbringt. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel, wie z. B. die Menschen, die sich in für ihren Jahresurlaub nur das Beste vom Besten gönnen. Doch gerade bei „jüngeren“ Schiffsgästen fällt auf, dass diese weniger Wert auf ihre Unterkunft als auf das Erlebnis an sich, das Kennenlernen vieler Inseln, legen.

Für die Tourismusbranche ist die Tatsache interessant, dass das Durchschnittsalter der Kreuzfahrtengäste in den letzten Jahren von 60 auf 45 Jahre gesunken ist. Laut DRV sind die meisten Passagiere heute zwischen 41 und 55 Jahre alt. Der Anteil der 20- bis 30-jährigen Passagiere liegt allerdings unter 10%. Die meisten Passagiere reisen mit ihrem Partner (67 %) oder mit Freunden (11 %), wobei der Anteil der Familienurlauber in den letzten Jahren enorm gestiegen ist (17 %).

Dass was sich so logisch ableiten lässt, ist aber auch ganz praktisch zu beobachten und zeigt die Auswirkungen und Folgen der Polarisierung auf solch begrenztem Raum. Denn mit der Entmischung gehen bestimmte Wegebeziehungen, Aufenthalts- und Standortpräferenzen einher, wie auch Verhaltens- und Ausdrucksweisen.

Jurassic Park

Das Buffetrestaurant eines Kreuzfahrschiffes

Das große Fressen eine Show
Streit und Kampf um Liegen am Pool
so sieht die Wahrheit wirklich aus
ein Sündenpfuhl tagein tagaus

Das Wasserloch

Auf Deck 11 „Aqua“ befindet sich der Poolbereich von ca. 25 m2 Größe, das Wasserloch. Das Leben um das kühle Nass gestaltet sich über die Platzwahl anhand der aufgestellten Poolliegen. Zur grundsätzlich freien Auswahl stehen den Gästen Liegen, Hängematten und Sessel auf drei Decks (11 bis 14). Auf der „Brise“ (Deck 14) befindet sich das Sonnendeck mit einer Fläche von 12.000 m2. Dort sind auch Entspannungsinseln zu finden. Für die abschließbaren, strandkorbähnlichen Einhausungen und die damit einhergehende Ruhe und Abgeschiedenheit muss allerdings extra bezahlt werden. Hier erkauft man sich Privatsphäre, die es sonst nur auf den Kabinen gibt (wo sie allerdings auch erkauft ist). Abgeschiedenheit scheint damit ein zentrales Bedürfnis der Schifffahrtsreisenden zu sein, ohne die die besonders hohe Nachfrage nach den „Inseln“ wohl nicht zu erklären wäre. Die vorherrschend ruhige Atmosphäre ist generell charakteristisch für Deck 14, da es weit vom Pool entfernt ist, keine Veranstaltungsaktionen und schreiende Aqua-Gymnastik-Lehrer gibt. Die Nutzer des Decks legen viel Wert auf die Zurschaustellung ihres gehobenen Lebensstils in ihrem selbsterwählten Enklave der Bessergestellen in dem jeder „Fremde“ sofort verachtend angeschaut und indirekt zum Gehen aufgefordert wird.

Das sich anschließende Deck 12 „Horizont“ (Anmerkung: auf Schiffen gibt es kein 13. Deck) setzt sich aus ähnlich situierten und verhaltensgleichen Nutzern zusammen. Entsprechend der Wohnhierarchie (je höher, desto besser situiert) ist das mittlere Deck der gehobenen Mittelschicht und Oberschicht zuzuordnen (Bewohner der Decks 10 und 11). Wer Abwechslung oder gar Schatten sucht, nutzt die Nähe zu den eigenen Kabinen auf diesem Deck oder holt sich eine Erfrischung an der „Überschaubar“. Mit „Sicherheitsabstand“ zum „normalen Volk“ ein Deck tiefer, zeigt sich auch hier eine gewollte Separierung entsprechend des Wohn-Quartiers auf. Wer darüber hinaus Abstand aufbauen möchte kann entweder den Outdoor-Sportbereich mit Golf-Abschlagplätzen aufsuchen, das Sportstudio oder verschiedene Lounges, wobei die X-Lounge den VIP-Gästen vorbehalten ist, also Junior Suiten- und Suiten-Bewohnern. Dieser Bereich ist nicht offen zugänglich, sondern ausschließlich über die Identifikationskarte. Hinter verschlossenen Türen steht den VIPs ein Concierge zur Verfügung, der sich um alle Belange seiner Spezialgäste kümmert. Anders verhält es sich im Sportbereich, der jedem Gast zugänglich ist. Allerdings verirren sich in diesen nur die wenigsten Gäste. Hierbei handelt es sich um eine Oase aus Schweiß und Ruhe in dem sich ein temporäres Enklave trifft, das sich aus Gästen aller Decks zusammensetzt. Als „Gewohnheitstier“ Mensch trifft man beim Entschluss zur Leibesübung immer die gleichen Mitstreiter, immer um dieselbe Uhrzeit. Man kennt sich, gleichwohl kaum kommuniziert wird. Privatstunden sind kostenpflichtig und werden von einen Personal Trainer betreut sonst „arbeitet“ jeder für sich. Voll wird es nur am letzten Seetag, wenn man mit übergewichtigen Damen um eine Matte im Bauch, Beine, Po-Kurs kämpft, der in ihrer Denkweise die letzten zwei Wochen Schlemmerei ungeschehen machen soll. Im Gegensatz zu den Mitgliedern des Enklaves, das trotz Hitze und Wackelei (da die Schwankungen der Wellen sich auf dem obersten Deck am deutlichsten bemerkbar machen) ihren Lebensstil im Urlaub weiterführt, merkt man den Reaktionen der vollschlanken Damen an, dass Sport normalerweise kein Teil ihres Alltags ist, ihre Verhalten der Situation unangemessen weil unbekannt ist.

Poolbereich eines Kreuzfahrtschiffes

Auf der untersten Poolebene, entsprechend der Wohnebene, sind die „einfachen“ Passagiere zu finden, die ihren sehr überschaubaren Wohnbereich nur allzu gerne gegen einen großen Poolbereich eintauschen. Anders als die Nutzer der oberen Decks suchen sie den lauten, wenig zurückhaltenden Austausch und Kontakt zu den anderen Reisenden, die unmittelbare Nähe zur Bar, dem Bistro und den Restaurants für den kleinen Hunger bzw. Durst zwischendurch. Zwei Bars und drei Restaurants stehen den Nutzern auf der Heckseite zur Verfügung, am Bug befindet sich der Wellness-Bereich mit SPA & Meer, Sauna, Thalasso und dem dazugehörigen Außenbereich. Vergleichbar mit dem Sportbereich trifft sich auch hier nur ein bestimmtes Klientel, das sich den Eintritt und Aufenthalt erkauft hat. Am Pool ist die erste Liegenreihe die begnadetste Reihe unter den Nutzern. Je weiter man vom Pool entfernt liegt, desto „verschatteter“ das Dasein. Anders als gewohnt können die Nutzer im Kampf um den besten Liegeplatz auch nicht durch eine Handtuchreservierung nachkommen. Denn jede Liege, die nicht offensichtlich genutzt wird, wird „enthandtucht“ und wieder freigegeben.

Die Beobachtung des Poollebens macht deutlich, dass sich die Statushöheren gegen den Statusniedrigeren vertikal abgrenzen und ein Enklave aufbauen, das der allgemeinen Kabinenordnung entspricht. Demgegenüber ist das Erreichen des Pooldecks für die Bewohner der unteren Decks mit einem in ihren Augen kolossalen vertikalen „Aufstieg“ (sozial und räumlich) verbunden. Diese beobachtete Szenerie erhält erst ab den Nachmittagsstunden (nach den Landgängen) ihre Gültigkeit bzw. an den Seetagen; morgens, mittags und nachts ist der Poolbereich menschenleer (mit Ausnahme der Veranstaltungen am Pooldeck) und wird maximal als Querungsraum des Personals genutzt.

Doch auch hier gibt es Ausnahmen. Bei meinem Aufenthalt bildete sich diese Ausnahme aus einer Horde Fans vom Fußballclub des BVB. Eine gelb-schwarze Herde aus acht Personen, die mir besonders ins Auge fiel, weil sie sich täglich zur gleichen Zeit am gleichen Ort positionierte. Ziel war aber nicht der Pool, sondern die „Unverzicht Bar“ direkt am Pool. Schlag zehn Uhr bestellten die eingefleischten Fans ihr erstes Bier. Nach der Bestellung versammelte sich die Gruppe an dem gegenüberliegenden, eigens hergerichteten Stuhlkreis und begann zu trinken. Dabei wurde die Taktung der Bierbestellung im Tagesverlauf immer kürzer, wie auch der Weg zum „Sammelplatz“. Dieser wurde aus praktischen und taktischen Gründen gegen Nachmittag direkt an den Bartresen verlegt, wodurch Bierbestellung und -genuss fast zeitgleich möglich wurden. Da alle Getränke und Speisen auf der „Mein Schiff“ im Preis inbegriffen sind, scheint sich auch für die Gäste mit Freude an einer einseitigen Nutzung dieser Urlaub zu rechnen. Einigermaßen friedlich verweilten sie so jeden Tag, Beschwerden anderer Gäste gab es kaum. Nur in der Zufriedenheitsstatistik kommentierten einige Gäste dies nach der Reise als unangebrachtes Trinkgelage, sprachen von einem allgemein niedrigen Niveau der Gäste und einer Angst vor einem „bedenklichen Publikum“. Trotz anonym abgegebener Stimmen ging aus der Umfrage hervor, dass es sich um Beschwerden von Gästen der höheren Decks (da die Zimmernummer angegeben werden konnte) gehandelt hatte.

Beobachtet man das öffentliche Treiben auf den Decks ganz generell, so zeigen sich im Hinblick auf die angesprochenen Nutzergruppen nur geringe Tätigkeitsunterschiede. Gesonnt wird sich demonstrativ mit möglichst wenig Bekleidung dafür mit umso interessanteren Posen (damit der ganze Körper gleichmäßig braun bzw. rot wird). Daneben gibt man vor zu lesen. Dabei wird das Buch als Tarnung verwandt, um Liegennachbarn besser beobachten und unauffälliger belauschen zu können. Neben Klatsch und Tratsch sind es private Dinge, die hier gezeigt werden. Scheinbar nehmen manche Passagiere das Schiffsmotto „Mein Wohlfühlschiff“ etwas zu genau, wenn sie ihre Schönheitspflege, die Zurschaustellung uneingeschränkter Blöße oder die sexuellen Aktivitäten im Whirlpool vor Publikum stattfinden lassen. Zu betonen ist an dieser Stelle aber auch, was nicht gemacht wurde, nämlich dass weder mit dem Handy gespielt, telefoniert, Nachrichten geschrieben noch im Internet gesurft wurde. Einschränkend muss man dazu allerdings sagen, dass dies nur nicht geschieht, weil die enorm hohen Kosten (noch) abschreckend wirken.

Der Poolbereich ist vergleichbar mit einem Zoogehege, bei dem sich alle Tiere um das Wasserloch scharen und wider ihres natürlichen Lebensraums, veränderte Verhaltensweisen an den Tag legen. Warum auch an Verhaltensregeln festhalten wenn man doch im Urlaub ist. Die Urlaubssituation scheint zu rechtfertigen, dass man sich gehen lassen kann, so jedenfalls die Einstellung der meisten Reisenden. Eine Tyrannei der Intimität, aus- und aufgeführt vom Tyrannosaurus selbst.

Großtierfütterung im Buffetrestaurant

Neben der Route nimmt das Essen einen exponierten Stellenwert bei den Gästen an Bord ein. Touristik Aktuell stellte fest, dass 73,7 % der Kunden in den befragten Reisebüros sich vom Gastronomie-Angebot bei ihrer Buchungsentscheidung beeinflussen lassen.

Insgesamt verfügt die „Mein Schiff“ über acht Restaurants auf einer Fläche von 4.590 m2. Die meisten Restaurants und Bistros sind rund um die Uhr geöffnet und für jedermann zugänglich. Es gibt aber auch Restaurants wie die Sushibar oder das Steakhouse, die nur gegen einen Aufpreis besucht werden können, da sie nicht zum all-inclusive-Paket gehören. Die Hauptrestaurants sind das „Atlantik“ (Deck 6 und 7) und der „Ankelmannsplatz“ (Deck11). Der größte Unterschied dieser Restaurants liegt in der Servierform: der „Ankelmannsplatz“ ist ein Buffetrestaurant mit Selbstbedienung, das „Atlantik“ ein à la carte-Restaurant mit Servicepersonal.

Im Buffet-Restaurant nimmt man dort Platz, wo ein Tisch frei ist. Die Kleidung ist legere, manchmal zu legere. Aufgrund der Nähe zum Pool wird am Eingang darauf hingewiesen bitte nicht in Badesachen das Restaurant aufzusuchen. Eine Vorschrift, an die sich leider nur Wenige halten. Am Abend ist der Besuch des Buffet-Restaurants vergleichbar mit einer Großtierfütterung. Hunderte Menschen strömen gleichzeitig auf die Anrichten zu mit dem Ziel, den Teller bis zum Überlaufen mit Essen zu beladen. Hier stört es niemanden, wenn die Hälfte des Essens daneben oder auf dem Weg zum Tisch verloren geht. Weil das alle so machen, wird dieses Verhalten sogar erwartet. Da man beim ersten Rundgang nicht alle Gerichte ausprobieren und auf seinen Teller schaufeln konnte, setzt sich die geschilderte Situation beliebig oft fort.

Die Menschen in dieser Szenerie wirken im Kampf um das beste und meiste Essen maßlos verfressen. Auf Manieren wird kein Wert gelegt, unbändig stopfen die Gäste das Essen in sich hinein, weil ganz offensichtlich der Hungertod naht. Dass alles all-inclusive ist, nehmen die meisten Gäste mehr als wörtlich. Das Servicepersonal wird in dieser Fremdschäm-Atmosphäre herunter degradiert zum Aufräumer und Beseitiger der Missstände und aufs unfreundlichste von den Gästen angegangen. Der „Ankelmansplatz“ wird zum Hampelmannsplatz. Da man als Gast, der in diesen Augenblicken des Wortes nicht würdig ist, nichts selbst aufräumen muss, scheint das Unordnungstiften und die Produktion von Essensresten umso schöner zu sein. Deshalb und zu Recht wird dieser Ort des Schreckens bei der Crew nur als Jurassic-Park – das große Fressen – bezeichnet.

Komplett anders gestaltet sich die Szenerie im „Atlantik“. Die Gäste werden von einem „Gastgeber“ empfangen, der ihnen einen Tisch zuweist, allein oder in Gesellschaft, ganz nach Belieben, ganz gesittet. Die Kleidung ist schicker, die Konversation ruhig, die Atmosphäre nicht hektisch. Hier gibt es keine Wettstreitereien um den besten Platz am Buffet, denn jeder bekommt sein Essen gebracht, zeitgleich mit dem Tischnachbarn. Vielleicht ist die Auswahl an Gerichten begrenzter, dafür umso erlesener (z. B. Zitronensorbet mit Goldstaub oder der Lobster an Trüffelmousse). Das vorgesehene fünf Gänge Menü ist keine Pflicht, sondern nur ein Angebot, die Speisen kombinierbar. Die Portionen sind überschaubar weshalb sehr viel gemäßigter gegessen wird. Hier ist der Teller als solcher erkennbar, kein umfunktionierter Fressnapf und hier ist der Gast auch wirklich Gast, kein fleischfressendes Monster.

Die Beobachtung der Restaurantbesuche spiegelt ähnliche Raummuster und Verhaltensweisen wie am Pool wider.Auf Deck 11, vermeintlich aufgestiegen, fühlen sich die Quartiersbewohner der unteren Decks zuhause. Andersherum tauchen die Bewohner der oberen Decks freiwillig ab, um auf Deck 6 bzw. 7 ungestört und kultiviert zu dinieren.

Gleich und gleich gesellt sich gern! So beeinflusst der eigene soziale Status entscheidend, wie man auf Menschen derselben oder anderer Position im Hierarchiegefüge reagiert und mit ihnen agiert. Ob gewollt oder nicht, schafft sich jeder Gruppe ihr Milieu und verschließt sich ein Stück weit (bewusst oder unbewusst) den „Anderen“.

Fazit

Mittlerweile kennt jeder jemanden, der Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff gemacht hat. Damit wird das Besondere zum Standard, verliert an Exklusivität. Es entsteht ein „Traumschiff“ für alle. So ist es wohl nur eine Frage der Zeit bis sich Discount-Reedereien auf den Markt drängen, um auch unteren Einkommensgruppen das Kreuzfahrterlebnis zugänglich zu machen.

Gleichwohl gibt es auch Kreuzfahrtschiffgegner, die einen solchen Urlaub für sich niemals in Betracht ziehen würden. Dabei handelt es sich oft um Menschen der Lebensstilgruppe, die Wert auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit legt. Nicht zu Unrecht, denn Reiseunternehmen wie AIDA und TUI haben im Jahr 2011 vom Naturschutzbund Deutschland für besonders umweltschädigendes Verhalten den „Umwelt-Dinosaurier“ verliehen bekommen. Grund dafür war und sicherlich ist, dass Kreuzfahrtschiffe immer noch mit giftigem Schweröl fahren und pro Fahrt genauso viele Schadstoffe produzieren wie fünf Mio. PKWs auf gleicher Strecke. Zudem liegen die Schiffe häufig mit laufenden Maschinen in den Häfen, um auch im Ruhezustand den Passagieren die Vielfalt der angebotenen Leistungen z. B. im Wellness-Bereich zukommen zu lassen. Seit dieser fragwürdigen Auszeichnung werben die Reiseunternehmen auf ihrer Homepage verstärkt mit ihrem Engagement in puncto Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Durch die Senkung des Kraftstoffverbrauchs ist der CO2-Verbrauch bei TUI seit 2009 um 9,5 % gesunken, für eine weitere Reduktion wird sowohl im operativen als auch im schiffstechnischen Bereich gezielt daran gearbeitet schädliche Luftemissionen bestehend aus Schwefeloxiden, Stickoxiden und Partikeln (Ruß) zu verringern. Schwefelarmer Treibstoff, TBC-lose Schiffslackierung, bauliche Veränderungen am Heck zur Reduktion des Strömungswiderstands und ein angepasstes Routing sollen darüber hinaus zu einer Minimierung des Ausstoßes beitragen. Ein Umweltmanager kümmert sich um ein effizientes Energiemanagement, ein umweltschonendes Abfall- und Abwassermanagement und die Umsetzung der Richtlinien verschiedener Umweltschutzprogramme wie Save the Waves.

Der Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff macht deutlich, was überall Alltag ist, die Polarisierung. Doch ist diese auf Kreuzfahrtschiffen aufgrund der räumlichen Kompaktheit und Konzentration sehr viel stärker sicht- und wahrnehmbar. Dennoch scheint diese Tatsache, das Nebeneinander ohne miteinander verschiedener Gesellschaftsgruppen, nur Wenige zu stören bzw. bewusst zu sein, sonst würden Kreuzfahrten wohl nicht so boomen.

Im Hinblick auf den letzten Vers von Strophe eins

Zeigt sich: das ist so gar nicht meins
Zwar ist eine Schifffahrt lustig und schön
Doch kann man Nichts und Niemandem entgehen
und muss tatsächlich so manches mit ansehen

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