South Park L.A.

Ein Blick aus dem EVO Richtung South Park L.A. und Staples Center

Da ich gegenwärtig ein paar Anfragen für Master und Bachelor-Arbeiten mit dem Betreff Downtown Los Angeles und South Park bekomme, schiebe ich diesen Teil der Quartiere der Downtown L.A Reihe doch einfach ein wenig vor.

Ähnlich wie die Situation in Bunker Hill im Jahr 2000 war auch die in South Park. Im Gegensatz zum Jahr 1960, als noch große Teile im westlichen Teil des Quartiers Parzellen mit Wohnfunktion besaßen, änderte sich dies in den nächsten 40 Jahren auf eklatante Weise. Nur noch zwei Gebäude wiesen zur Jahrtausendwende, in dem mehrere Blocks umfassenden Gebiet zwischen dem 101 freeway, des Pico Boulevard, der Los Angeles Street und dem Olympic Boulevard, eine Wohnfunktion auf.

  • „There were residents on that area, though that was a blighted area and they were relocated. But it was rather used like a slum.” (Interview B)

Staples Center South Park

Ganz im Sinne der großflächigen Sanierungspolitik wurde der westliche Bereich nahezu komplett abgetragen und als special district ausgewiesen, wodurch zu Beginn der 1970er das Convention Center und schließlich Ende der 1990er das Staples Center dort gebaut werden konnten, was durch einen Vergleich der Karten 5 und 7 deutlich wird. Momentan erhält die Gegend um das Staples Center eine weitere Aufwertung durch den 2,5 Milliarden US-Dollar teuren L.A. Live Komplex der Anschütz Entertainment Group. Dieses hauptsächlich in mehreren Etappen zwischen 2007 und 2010 gebaute Projekt beherbergt neben Hotel-, Wohn-, und Erholungsfunktionen noch Restaurants, Diskotheken, sowie mehrere Hauptquartiere international agierender Unternehmen, die sich auf verschiedene Etagen rings um den fast 40.000m² großen Nokia Plaza positioniert haben.

Blick auf L.A. Live vom EVO

Entertainmentkomplexe gegen Vereinsamung in Städten

Durch dieses, mehrere Straßenblöcke umfassende, gemischt genutzte Viertel soll die Revitalisierung des Stadtteils und in gewissem Maße auch der gesamten Downtown weiter gefördert werden, denn wie von Brandes Gratz/Mintz festgestellt sind Entertainment Komplexe momentan eine Art Allheilmittel für die Stadtentwicklung. Nachdem die 1970er in vielen Großstädten der USA wie in Los Angeles auch zur Bildung großflächiger Konferenzzentren führten, sind es gegenwärtig die Unterhaltungs- und Freizeitkomplexe.

  • „Nobody wanted to come downtown and it [the Convention Center] operated in the red for a very long time. Eventually the Redevelopment Agency cleared more land around the Convention Center and we build Staples Center. And suddenly there was a reason to come downtown (…).” (Interview D)

  • „(…) to a large degree the success of this area is what has catalyzed people willing to further invest over here.” (Interview D)

  • „I think you have a concentration of the newer construction of housing in this area [South Park], sort of, where there were many many surface parking lots and there was a great desire to see infill development.“ (Interview D)

Wie erfolgreich die Bevölkerungsentwicklung und die Revitalisierung des Stadtteils trotz aller Kritiken an dem Projekt seitdem vorangeschritten ist, zeigt ein Vergleich mit der aktuellen Bewohnerdichte der Innenstadt, die von der CRA im Jahre 2008 veröffentlicht wurde.

Die Bewohner kommen von allein zu den Entertainmentkomplexen in Los Angeles

Das Gebiet südwestlich der Eighth Street bis zum Pico Boulevard und zwischen Figueroa und Olive Street weist, abgesehen vom Historic Core, mit bis zu 750 Wohneinheiten pro Block die höchste Bewohnerdichte der Downtown auf.

  • „I think you have a concentration of the newer construction of housing in this area [South Park], sort of, where there were many, many surface parking lots and there was a great desire to see infill development. I don’t know if we had new residential construction outside of South Park” (Interview D)

  • „ (…) community plans of the city of L.A., identified South Park as a future residential area, mixed-use residential area. With the Convention Center and everything.” (Interview E)

Penthouse EVO South Park Los AngelesPassend zu den Attraktionen weist dieser Stadtteil auch das geringste Durchschnittsalter auf. Der Mittelwert liegt mit 3,1 in der Altersklasse zwischen 30 und 39 Jahren und 32% aller Befragten sind sogar jünger als 30. Dies kann sicherlich durch die gute Lage zum Fashion Institute of Design and Media (FIDM) und dem Campus der University of Southern California erklärt werden. Immerhin weist South Park mit 12% auch die meisten Studenten auf.

Dies ist nach Leinberger (2005, S. 14) auch nicht weiter verwunderlich, da die Initialbevölkerung darauf spekuliert in Laufdistanz zu urbanen Entertainmentmöglichkeiten zu sein. Hierdurch sind die Downtown L.A. im speziellen (und Altstädte im allgemeinen) meistens durch eine eher junge Bevölkerung geprägt.

South Park L.A.

Convention Center South Park L.A. Mit den vorherigen Aussagen wurde aber auch das Mixed-Use-Development in South Park angesprochen. Die Gebäudesubstanz ist in South Park sehr neu und führt dazu, dass MXD zumeist von vornherein in den Bauplänen vorgesehen ist. Bestes Beispiel sind die Met Lofts an der Ecke Flower Street und Pico Boulevard. Neben einer gemischten Nutzung von Wohn- und Einzelhandelsfunktionen besitzen sie noch eine direkte Anbindung an die Metro Blue und Expo Straßenbahnlinien und erfüllen damit alle Voraussetzungen einer elegant density. Außerdem befindet sich mit dem Grand Hope Park noch ein Naherholungsgebiet im Stadtteil, den fast 50% der Downtownbewohner mehrmals die Woche aufsuchen, 18% davon sogar täglich.

Revitalisierung in South Park, Downtown L.A.

South Park L.A. StraßenschildNeben den großen Freizeiteinrichtungen ist South Park auch ein wichtiger Einzelhandelsstandort. Die Supermarktkette „Ralph’s“ hat hier beispielsweise den einzigen Supermarkt eröffnet, der innerhalb der Downtowngrenzen existiert. Im Jahre 2007 öffnete mit ihm die erste Supermarktkette seit 1950 eine Filiale in der Innenstadt. Hier ist es nun wichtig, dass eine ausreichende Nachfrage der direkten Anlieger besteht. Das heißt, es müssen auch genügend Abnehmer vor Ort sein, damit sich Geschäfte halten können.

Im Gegensatz zu den etwa 18.000 Zuschauern und Besuchern die zum Beispiel ein Basketballspiel im Staples Center frequenziell in die Downtown lockt, sind Einzelhandelsgeschäfte auf eine stetige, lokale Nachfrage angewiesen.

Neben einer kritischen Masse an Kunden setzt dies auch noch deren Bereitschaft voraus, diese Lokalitäten auch aufzusuchen. Im Gegensatz zu den großen Freizeitaktivitäten, gibt es hierbei meist einen Zusammenhang zwischen der zurückgelegten Distanz und der Frequentierung dieser Standorte, wie im Folgenden an der Nutzung des Supermarktes in South Park dargestellt:

Downtown L.A. South Park Prozentuale Anteile der Besuchswahrscheinlichkeit pro Stadtteil in der Downtown L.A.

Fast jeder zweite Bewohner der Downtown sucht täglich den größten und momentan eigentlich auch einzigen Supermarkt („Ralph’s“) auf. Dieser befindet sich in einem MXD-Gebäude an der Ninth Street, am Grand Hope Park.

Dies erklärt die wesentlich höhere Wahrscheinlichkeit des täglichen Besuches. Vergleicht man hier die Bereiche South Park und das entfernter liegende Bunker Hill ergibt sich ein mittlerer Zusammenhang zwischen der Häufigkeit des Besuchs und dem Wohnort von Cramers V = 0,438 und einem Signifikanzniveau von 0,001. Während die Bewohner anderer Stadtteile durchgehend seltener einkaufen gehen, sind es im Bereich South Park fast 50%, die den Supermarkt täglich aufsuchen.

Dies ist einer der Gründe dafür, dass er seit seiner Eröffnung im Jahre 2007 zu den führenden seiner Kette gehört und großen Einfluss auf die Revitalisierung der Downtown hatte:

  • „(…) every Sunday evening I go over to Ralph’s, the grocery Store to do our shopping. It’s about a mile from my apartment to Ralph’s and so I end up driving because we’re getting a weeks worth of groceries. Now if I had a cool little market right on our corner and I could get sort of the dailies where I could stop every day, I’d love to do that (…).” (Interview G)
  • „An interesting thing that’s happened, (…) just the last few years is that the retail and the restaurants and the services have finally started to follow this buildings accumulating residential population (…). I think the Ralph’s supermarket (…) was a (…) really big deal. Because people had to get in the car and drive to find a grocery store and (…) It really missed the point in living downtown if you go hop in your car and drive. You are not really getting that sort of urban lifestyle range that you signed on for.” (Interview D)
  • „They are doing [US$] 750.000 – a million a week in sales. Top 15% of the chain. Their service deli is the highest grossing service deli, not only in the chain of Ralph’s, but Kroger, which is a nationwide chain that owns Ralph’s and thousands of other grocery stores in the country.” (Interview C)

Dies belegt wie groß die Nachfrage nach Angeboten innerhalb der Downtown ist und zeigt die hohe Zufriedenheit der Bevölkerung mit dem Angebot bei Ralph’s. Es wird aber auch aufgezeigt, dass durchaus noch Nachholbedarf bei der Versorgung mit täglichen Bedarfsgütern besteht, da bislang lediglich ein einziger Supermarkt existiert. Einige größere Einzelhandelsketten stehen momentan in Verhandlungen und die Ansiedlung im 7th and Figueroa Komplex oder im Historic District wäre innerhalb der nächsten paar Jahre vorstellbar.

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