Sex-Gesetze in den USA – es gibt sie wirklich

Was die meisten Leser vermutlich weniger mitbekommen haben ist, dass ich dank des Beitrages über die Pornogeographie kurze Zeit auf Platz eins in den Google Suchergebnissen stand, wenn man den Begriff „Porno Suche“ eingegeben hat. Ergebnis war, dass der Beitrag innerhalb kürzester Zeit knapp 1.000 Mal aufgerufen wurde und jeder, der diesen Begriff auf Google suchte, mein wundervolles Portraitbild neben den Suchergebnissen angezeigt bekam.

Urbanfreak.de auf Rang 1Ergebnis war, dass ich mir auf der Arbeit von meinen Kolleginnen so einiges anhören durfte und es immer wieder für alle sehr Erheiternd war, dass man mein „absolut biederes“ und „total spießiges“ Bewerbungsbild neben dem Begriff Porno Suche auf Platz eins der Suchergebnisse finden konnte. Immerhin waren sie so Stolz auf mich, dass man das Ergebnis an unsere Bürowand hängte (siehe Bild oben). Da dies aber sicherlich ein Erfolg ist, der sich schwer mit den Großeltern teilen lässt, habe ich dieses kleine „Problem“ mittlerweile behoben und begnüge mich mit einem Platz in den Top 100 mit dieser Suchwortkombination. – Immerhin stehe ich dafür seit dem Artikel über Pornhub auch mit diesem Begriff noch auf den vorderen Plätzen.

Da drei bekanntlich eine magische Zahl ist, versuche ich das ganze doch nun noch ein letztes Mal. Immerhin gab es Mittwoch zwei Gläschen Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt und eine Freundin meinte, dass ich meine Talente nutzen sollte. Daher hier nun also noch ein Artikel, der vermutlich wieder dazu beitragen wird, dass ich der Verwandtschaft an Weihnachten wieder jede Menge erklären muss.

Sex-Gesetze in den USA

Heute geht es allerdings nicht um den Porno Begriff im weiteren Sinne, sondern um eine wundervolle Karte, die ich gefunden habe als ich (auf der Arbeit) nach Informationen zu Micro-Apartments gesucht habe. Nebenbei auch ein Thema, dass ich hier bereits behandelt habe. Komischerweise ein Thema, dass noch nicht so oft gelesen wurde wie der Bericht zur Pornogeographie… Aber gut. Kommen wir wieder zurück zu den verrückten Sex-Gesetzen in den USA.

Viele der Dinge, die man immer wieder gerne liest, wie „Man darf Schafe nur in Begleitung in einem Auto transportieren“ oder „Sex in Krankenwagen, die sich gerade im Einsatz befinden, ist verboten“ sind nichts weiter als urbane Legenden, die mittlerweile fast schon so oft entlarvt wurden wie der Facebook-Hoax von den Leukämie-Kranken mit der Blutgruppe AB- oder dem AGB-Widerspruch.

Dennoch werden alle gerne weiterverbreitet und einfach immer und immer wieder geteilt. Schließlich ist nichts schöner als sich über Amerikaner lustig zu machen oder die menschliche Dummheit zu ergründen. Immer und immer wieder.

Wenigstens gibt es aber immer wieder Menschen, die sich auf einer wissenschaftlichen Ebene mit solchen Themen beschäftigen und dieses Ding namens Recherche austesten. Was sich so entdecken lässt, wenn man Artikel tatsächlich einfach einmal liest ist schon beeindruckend. Gut, über Amerikaner kann man sich danach immer noch hervorragend lustig machen, aber na ja. Ein bisschen Schwund ist immer.

Die Karte der komischsten Sex-Gesetze

Endlich sind wir wieder bei „meinen“ Karten angelangt. Da ich die nicht so toll erstellen kann wie der Daniel, bin ich leider immer wieder darauf angewiesen dies im Internet zu suchen. Wie eben letztens zu den Micro-Apartments.

Dank Verlinkungen, interner Weiterleitungen und mein Gott gegebenes Recherche-Talent habe ich dabei allerdings diese Karte entdeckt. Und genau: diese Karte beschäftigt sich mit den wohl komischsten, witzigsten und ausgefallensten Sex-Gesetzen in den USA. – Aufgegliedert nach Gesetzen die lediglich Personen betreffen und solchen die Orte und Objekte betreffen.

Je nachdem, wo man auf der Karte anfängt sind also solche Fragen wie: „Sollte man einen Yard-Sale von Leuten besuchen, die von Texas nach Arizona umziehen?“ oder „Was passiert, wenn man von Washington State nach North Carolina über Nebraska fährt?“ quasi vorprogrammiert.

Die „komplette“ Liste der Sex-Gesetze

Aufmerksame Leser, die an der Karte hängen geblieben sind, verpassen nun leider die besten Sex-Gesetze (na, ratet mal, mit welchem Begriff ich diesmal die Google-Suchergebnisse dominieren will). Leider ist die Karte nämlich nur ein kleiner, kleiner Ausschnitt der echten Gesetze, die man für einen Road Trip durch die USA vielleicht kennen sollte.

Ich meine, sagen wir einfach, dass ich nun etwas besser verstehe, warum Dib bei der „Room with a Moose“ Folge von Invader Zim einen so komischen Gesichtsausdruck bekam, als es darum ging ihn in das Zimmer mit einem Elch zu sperren.

Denn: Elchen ist es per Gesetz offiziell verboten in Alaska auf offener Straße zu kopulieren. Zumindest in Fairbanks, Alaska.

Der Umzug von Texas nach Georgia

Schlimmer als ein Umzug von Texas („Man darf nicht mehr als sechs Dildos besitzen“) nach Arizona („Man darf nicht mehr als zwei Dildos im Haus haben“ – Womit wir vielleicht wieder bei den Micro-Apartments wären…) kommt vermutlich ein Umzug nach Georgia („Sex Spielzeuge sind verboten“) Clowns sollte man vermutlich auch nicht in Handschellen legen. – Das kommt allerdings später…

Generell sollte man von Texas aber vielleicht eher gen Norden denn Westen oder Osten ziehen. Spätestens ab Mississippi oder Utah darf man den Bewohnern nämlich nicht mehr erklären, warum es ungesund sein könnte, den Bruder der Schwester zu heiraten oder warum man keine 12 Frauen gleichzeitig besitzen (schönes Wort in diesem Zusammenhang…) sollte.  In fünfter Generation oder so. – Denn das bloße erklären von Polygamie ist illegal (in Mississippi) und in Utah ist es erst mit 65 Jahren erlaubt den Cousin 1.Grades zu heiraten. Aber hey, dafür werden Ehebruch oder vorehelicher Sex in Mississippi mit 500 Euro oder 6 Monaten im Gefängnis bestraft und es ist in Utah verboten, Minderjährigen Sex-Utensilien zu zeigen. OK, nicht allen Minderjährigen, aber was interessiert die Gesetze denn schon, was man den eigenen Kindern zeigt.

Nekrophilie ist allerdings nur noch in Louisiana legal. Irgendwo ziehen also auch die Südstaaten ihre Grenzen.

Der Trip an die Küsten

Allerdings hält auch der Weg von Texas an die Küsten so seine Tücken bereit. Sagen wir einfach, dass hoffentlich keins dieser Bilder in South Dakota aufgenommen wurde. Dort wäre dies nämlich eine Straftat.

Ein Barbesitzer in Oklahoma möchte man vermutlich auch nicht sein, denn: „acts, or simulated acts, of sexual intercourse, masturbation, sodomy, bestiality, oral copulation, flagellation, or any sexual acts which are otherwise prohibited by law” (Nachzulesen in diesem Buch).

PepeSpannend wird es in Richtung Nordosten. Ich weiß zwar nicht, wo Kentucky die Grenze zieht, aber die Tatsache, dass Hunde keine Menschen oder Gegenstände belästigen dürfen könnte bei uns im Büro zu Abmahnungen führen.

Ehebruch wird außerdem in Virginia als „Vergehen“ eingestuft, wohingegen es in New York illegal ist. Und in West Virginia kann man bis zu einem Jahr Haft kassieren, wenn man als unverheiratetes Paar unzüchtig ist. – In Deutschland ist in beiden Fällen nebenbei die Autoversicherung billiger, falls es jemanden interessiert. Singles bauen nämlich mehr Unfälle… Statistisch gesehen.

Hand Auto TitanicSchuld an Unfällen gibt man zumindest in Kidderville, New Hampshire nebenbei aufreizender Unterwäsche. Die darf nämlich an Flughäfennähe nicht an Wäscheleinen aufgehängt werden. Die hohe Dichte an Ivy-League Universitäten an der Ostküste ist nebenbei auch schnell erklärt. In Massachusetts sind Geräusche in einer Bibliothek zum Beispiel ein Verbrechen an „chastity, morality, decency and good order“.

Der Nordwesten scheint hingegen eher andere Sorgen bei den Sex-Gesetzen zu haben. In Oregon darf man sich nicht auf den Fußboden einer öffentlichen Toilette legen oder zu Zweit in eine Kabine gehen, die nur für einen ausgelegt ist.

Der Mittelwesten und die Sex-Gesetze

Und ja, an den großen Seen lungern auch jede Menge Tücken. Wer in Michigan schon einmal eine Frau ansprechen wollte, sollte vorsichtig sein. Ehebruch ist hier zwar nicht so streng geregelt, aber wer eine unverheiratete korrumpiert oder verführt darf sich fünf Jahre die Frage stellen, ob OZ wirklich so realitätsnah war wie alle sagen. – Und ich spreche hier nicht vom Zauberer.

Interessant könnte das gleichgeschlechtliche Dating in Ohio werden. Flirten ist zwar – im Gegensatz zu Tennesse – erlaubt, aber man darf keinen Sex von einer Person gleichen Geschlechts erbitten, wenn diese davon beleidigt oder verletzt sein könnte. Toaster müssen daher in diesem Staate vermutlich wirklich gekauft anstatt gewonnen werden.

Küssen oder liebkosen sollte man in Illinois nebenbei keine Reptilien. Sie sollten aber mit einer schriftlichen Warnung des Besitzers kommen. Genauso nebenbei wie locker sitzende Hosen in Michigan. Wer Unterwäsche zeigt hat ein Problem. – Wer ein Maurer Dekolleté zeigt hat ein noch viel größeres. Hier unterscheidet sich der Verstoß dann nämlich nur zwischen Class A und B. Die Strafe liegt also bei maximal 250.000 US$ Strafe und zimperlichen 25 Jahren bis lebenslänglich im Gefängnis. Oder natürlich der Todesstrafe, falls es die in Michigan gibt bzw. in nächster Zeit geben sollte (Endlich mal sinnvolle Gesetze…).

Allerdings sind dies immer noch nicht alle dieser spannenden Sex-Gesetze, die es in den USA gibt, wie das Observationdeck bei Io9 herausfinden konnte. Einige muss man aber einfach imoriginal Wortlaut lesen um sie zu glauben. Ich wünsche daher viel Spaß mit dem Rest.

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Sicherlich fragen sich jetzt alle, wer hier schreibt: Mein Name ist Helen Schrader, seit 2010 bin ich Diplom-Geographin (Uni Bonn) und eigentlich bin ich bei PIXUM in Köln im Bereich Online Marketing tätig. In meiner Freizeit schreibe ich an UrbanFreak und versuche der Geographie zumindest ein wenig treu zu bleiben.

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