Nutzungsveränderungen

Vor einiger Zeit hatte ich einen Beitrag zur Erde von Oben und den Bildern des Landsat 7 geschrieben. Gegen Ende hatte ich versprochen noch einen Folgeartikel zu schreiben, der sich vornehmlich auf die Flächennutzungsänderungen konzentriert und darstellt, wie sich Gegenden stellenweise innerhalb kürzester Zeit verändern.

Folgend ist nun der versprochene Artikel, der sich mit den Bildern vom Landsat 1 Satelliten und dem Landsat 7 beschäftigt.

Dubai, Leben in der Wüste

Innerhalb von nur 12 Jahren hat sich einiges in der Wüste getan. Während Dubai zur Jahrtausendwende im Küstenbereich noch nahezu unberührt war, wurde schon ein Jahr später mit umfassenden Bauarbeiten begonnen. Sowohl die „Palm Islands“ als auch das ambitionierte „The World“ Projekt wurden seitdem fertig gestellt, wie man den Bildern deutlich entnehmen kann.

Dubai islands  © USGS / EROS(Alle Bilder © USGS EROS Digital Image Gallery, U.S. Geological Survey, Earth Resources Observation and Science (EROS) Center)

Die Zwillingsstädte Minneapolis und St. Paul

Die Metropolregion Minneapolis – Saint Paul im US-Bundesstaat Minnesota gehört mit den umliegenden Gemeinden zu den 20 größten Metropolregionen der USA. Größte Wirtschaftszweige sind der Dienstleistungs- sowie HighTech-Sektor. So haben beispielsweise die Einzelhandelskette Target und die Fluggesellschaft Northwest Airlines ihren Hauptsitz in der Metropolregion.

Bedingt durch den breit gefächerten Arbeitsmarkt, gilt die Region als besonders reizvoll. Allein zwischen 2000 und 2010 wuchs die Agglomeration an der Grenze zwischen Wisconsin und Minnesota um fast 500.000 Einwohner. Dass dieses Wachstum hauptsächlich im suburbanen Raum entlang der Außengrenzen stattfand beweisen die Bilder von USGS.

Twin Cities Minneapolis & St. Paul © USGS / EROS

Groß, größer, Manila

Manila Bay auf den Philippinen ist eine der am dichtesten besiedelten Gegenden der Welt. Fast zwei Millionen Menschen leben auf einer Fläche von nicht einmal 40 Quadratkilometern. Das erweiterte Stadtgebiet bedeckt sogar eine Fläche von fast 700 Quadratkilometern und stellt den Lebensraum für 11 Millionen Menschen. Wie schnell sich die Fläche innerhab von nicht einmal 25 Jahren ausgeweitet hat, zeigen die Bilder des Landsat 4 und des Landsat 7 aus den Jahren 1989 und 2012.

Manila Philippinen Flächenänderungen © USGS / EROS

Santiago de Chile

Knapp sieben Millionen Menschen leben in der Metropolregion Santiago. Die Hauptstadt ist auf dem besten Wege eine Megastadt zu werden und wächst nahezu unbegrenzt in die umliegenden Hänge des städtischen Umlands. Gestützt durch die Satellitenbilder wird daher seit einigen Jahren die Änderung der Landnutzung u.a. von der Forschungsinitiative „Risk Habitat City“ des Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung untersucht.

In den 25 Jahren zwischen den beiden Bildern ist im Umland der Hauptstadt einiges passiert. Der Ausbau des Flughafens im Jahr 1994 führte im Nordosten zu verstärkter Bauaktivität. Außerdem ist der Ausbau der beiden Highways rings um das Zentrum klar ersichtlich. Der Vespucio Norte und der Vespucio Sur führen nun fast durchgehend um die Stadt herum. Außerdem fällt auf, dass viele landwirtschaftliche Anbauflächen (grün) aus den Randbereichen der Stadt verschwunden sind.

 Santiago de Chile © USGS / EROS

China kann es auch

Dass nicht nur Dubai seine Küste verändern kann, beweist die Gegend südlich von Peking. Was einst durch Marschlandschaften und Freiflächen gekennzeichnet war, ist nun bekannt für Industriezweige jeglicher Couleur. Der Kreis Binhai in der chinesischen Provinz Jiangsu zeigt deutliche Veränderungen im Laufe der letzten 20 Jahre.

Binhai-China  © USGS / EROS

Denver und sein neuer Flughafen

Ähnlich zu Santiago de Chile beweist auch der neue Flughafen in der Gegend um Denver, dass er als Bevölkerungsmotor herhalten kann. Seit der Öffnung des Denver International Airports, immerhin dem zumindest flächenmäßig (53 Quadratmeilen) größten Flughafen der USA, haben sich in der direkten Umgebung jede Menge Veränderungen ergeben. Bauernhöfe sind der Agglomeration aus Hotels, Einkaufszentren und Fabriken gewichen, die vor der Öffnung des Flughafens in der Gegend um Aurora, Colorado standen.

Flächennutzungsänderungen Denver Airport  © USGS / EROS

Stadtentwicklung in Marokko

Die einst getrennten Städte Agadir, Inezgane und Tikiouine südlich von Marrakesch sind mittlerweile zu einer Agglomeration zusammengewachsen. Von der atlantischen Küste bis zum Atlas-Gebirge erstreckt sich mittlerweile eine einzige Touristenhochburg entlang der Küste.

Marokko Küstenentwicklung © USGS / EROS

Bevölkerungsverdopplung in 19 Jahren

Wie es aussieht, wenn sich die Bevölkerung einer Stadt mal eben so gut wie verdoppelt zeigt die texanische Stadt San Antonio. Während zu Beginn der 1990er Jahre nicht einmal 800.000 Menschen lebten, waren es im Jahr 2010 schon mehr als 1,4 Millionen. Die Metropole ist somit auf Platz vier der am schnellsten wachsenden urbanen Regionen in den USA. Begünstigt wird dies durch die im Vergleich zu anderen Großstädte in den Staaten wesentlich schärferen Gesetze in Texas. In diesem Bundesstaat gilt nämlich die „Extraterritorial Jursidiction“. Das bedeutet, dass es nahezu kaum unabhängige Vororte in Texas gibt, da das umliegende Land von Städten automatisch mit unter die Zoning- und somit Baugesetze der jeweiligen Stadt fällt.

Die Städte können somit die Bautätigkeiten im Umland weitestgehend lenken und steuern. Wie man am Beispiel von San Antonio auch beeindruckend erkennen kann.

san antonio, Texas Stadtentwicklung  © USGS / EROS

Berlin nach dem Mauerfall

Enden wir mit dem Bericht in der deutschen Hauptstadt. Die Bilder vergleichen Berlin kurz vor dem Mauerfall im Jahre 1989 und das Berlin von 2007. Deutlich sind die Veränderungen der Umgebung seit dem Mauerfall zu erkennen. So hat sich das gesamte Stadtgebiet verdichtet und ist vor allem in östlicher Richtung ins Umland vorgedrungen. Aber auch der Süden der Stadt weist deutliche Urbanisierungstendenzen aus, die es in dieser Weise vor dem Mauerfall noch nicht gab.

Berlin und Brandenburg © USG / EROS

(Alle Bilder © USGS EROS Digital Image Gallery, U.S. Geological Survey, Earth Resources Observation and Science (EROS) Center)

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Sicherlich fragen sich jetzt alle, wer hier schreibt: Mein Name ist Helen Schrader, seit 2010 bin ich Diplom-Geographin (Uni Bonn) und eigentlich bin ich bei PIXUM in Köln im Bereich Online Marketing tätig. In meiner Freizeit schreibe ich an UrbanFreak und versuche der Geographie zumindest ein wenig treu zu bleiben.

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