Mobilitätsverhalten im Bonner Süden

Neben den bereits vorgestellten Standorten war bei der Umfrage der Standort „ehemaliges Landesbehördenhaus“ der meist vertretene in der Kategorie „Sonstige Standorte“. Daher wurde dieser in die Auswertung mit einbezogen, auch wenn an der Befragung nur 47 von 655 Teilnehmern teilgenommen haben.

Das ehemalige Landesbehördenhaus (LBH)

Die Teilnehmer am Landesbehördenhaus verteilen sich auf 46,9 % Studierende und 38,8 % wissenschaftliche Mitarbeiter. Jeweils 4,1 % der Teilnehmer sind Professoren bzw. Verwaltungspersonal und 6,1 % sind im technischen Bereich angestellt. Diese Frage konnte im Fragebogen mit Mehrfachnennungen beantwortet werden, so dass es hier zu einer höheren Zahl an Nennungen als Teilnehmern kommt.

ÖPNV & Verkehrsmittelverfügbarkeit

Auch hier fällt auf, dass keine sonstigen Zeitkarten des ÖPNV in Besitz der Teilnehmer sind (Abb. 1 oben). Knapp 15 % der Befragten sind ganz ohne Zeitkartenbesitz und 10,6 % nutzen den ÖPNV mit einem Jobticket. Knapp drei Viertel der Teilnehmer des ehemaligen LBH besitzen das Studiticket (74,5 %).

An diesem Standort sind mehr Pkw (74,5 %) verfügbar als an den vorangegangenen Standorten (Abb. 1 unten). Die Informatikstandorte Campus Castell/ Römerstraße und ehemaliges LBH stellen den höchsten Pkw-Besitz dieser Untersuchung dar (jeweils über 70 %). Die Verfügbarkeit des motorisierten Zweirades ist hier hoch und liegt bei 17 %. Die Fahrradverfügbarkeit liegt an diesem Standort bei 83 % und stellt damit den niedrigsten Wert der Untersuchung dar.

Zeitkarten und Verkehrsmittelverfügbarkeit Uni Bonn

Nutzung der vorhandenen Verkehrsmittel

An der Verteilung der Verkehrsmittel am Standort ehemaliges Landesbehördenhaus sieht man, dass die Pkw-Nutzung nicht nur auf Mitarbeiterseite, sondern auch auf der Seite der Studierenden erhöht ist (Abb. 2 oben). Hier stehen 11,8 % der täglichen Pkw-Nutzer unter den Mitarbeitern ein Anteil von 17,4 % der Studierenden gegenüber. Von den befragten Mitarbeitern geht keiner zu Fuß zum Zielgebäude. Bei den Studierenden sind es 17,4 %. Das motorisierte Zweirad wird trotz des hohen Besitzes bei den Mitarbeitern lediglich zu 5,9 % genutzt – bei den Studierenden hingegen gar nicht. Der ÖPNV wird von beiden Seiten ähnlich genutzt. Bei den Studierenden sind es 34,8 % und bei den Mitarbeitern sind es 29,4 %. Erhebliche Unterschiede sind in der Fahrradnutzung zu sehen. Die Radfahrer überwiegen an diesem Standort bei den Mitarbeitern mit 52,9 % im Gegensatz zu den Studierenden mit 30,4 % Radlern. Eine Mitfahrgelegenheit zum Standort LBH wird von keiner der beiden Gruppen wahrgenommen.

Modal Split Studis LBHModal Split Mitarbeiter LBHModal Split Insgesamt LBH

Einkommen und Verkehrsmittelnutzung

Betrachtet man die Verkehrsmittelnutzung nach den Einkommensklassen (vgl. Abb. 3), so fallen an diesem Standort für die Netto-Haushaltseinkommensklassen „1000€-<2000€“ der ÖPNV und für die „2000€-<4000€“-Klasse die hohe Nutzung des Fahrrads auf. Eine abnehmende Tendenz ist mit steigendem Einkommen für die Fortbewegung zu Fuß zu erkennen. Abgesehen von der Netto-Haushaltseinkommensklasse unter 1000€ lässt sich ein Anstieg der Pkw-Nutzung aus der Darstellung ablesen. Die Option den Weg zur Arbeit oder zum Studium als Mitfahrer zurück zu legen, wurde von keinem Teilnehmer angegeben. Die Fahrt mit dem motorisierten Zweirad wird täglich von der Klasse „2000€-<4000€“ von 6,7 % der Befragten wahrgenommen.

Einkommensklassen LBH

Bewertung der Park- und Abstellmöglichkeiten am Zielgebäude

Das ehemalige LBH stellt nach der Umfrage den einzigen Standort dar, der keine Mängel bzgl. der Fahrradabstellanlagen aufweist (Abb. 4). Negativ werden zwar, wie bei den anderen Standorten auch Überdachung, Sicherheit und Beleuchtung, bewertet, jedoch nicht in dem Ausmaß wie in den vorherigen Erhebungsgebieten. Alle negativen Beurteilungen liegen unterhalb von 30 %. Die Enthaltungen belaufen sich im Schnitt auf ca. 10 %.

Park- und Abstellmöglichkeiten LBH

Mobilitätsbezogene Maßnahmen an der Uni Bonn
Standort ehem. Landesbehördenhaus

Wie in Abbildung 5 zu erkennen ist, legen die hiesigen Teilnehmer die Schwerpunkte im Vergleich zu den anderen Standorten anders. Mit 72,3 % befürworten die 47 Probanden gesundheitsfördernde Maßnahmen wie z.B. „mit dem Rad zur Arbeit“. Mit jeweils 63,8 % werden Informationsmanagement, Bewachung von Park- und Abstellmöglichkeiten sowie Umkleidemöglichkeiten im Zielgebäude positiv bewertet. Weiterhin werden die Duschmöglichkeiten im Zielgebäude mit 55,3 % Zustimmung bewertet.

Mobilitätsbezogene Maßnahmen LBH

Besonders negativ sind die Maßnahmen Mobilitätsberatung (76,6 %), Bereitstellung von Dienstwagen (76,6 %) und das öffentliche Fahrradverleihsystem (68,1 %) bewertet worden. Hier sind, wie auch am Informatikstandort Römerstraße, die gemittelten Meinungen überwiegend negativ (52,9 % gegenüber 44,8 % positiven Angaben). 2, 3 % der Befragten haben sich im Durchschnitt nicht zu den Maßnahmen geäußert.

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Veröffentlicht von

Mein Name ist Daniel Euler und seit 2013 bin ich Diplom-Geograph (Uni Bonn). Mein Schwerpunkt im Studium war, wie hier sicherlich unschwer zu erkennen, die Mobilität. Ich beschäftige mich mit nachhaltigen Verkehrskonzepten, alternativen Mobilitätsformen und natürlich allem was mit dem Fahrrad zu tun hat.

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