Ab 2050 schrumpft die Menschheit

Vorgestern wurde ein Paper veröffentlicht, welches davon ausgeht, dass die Menschheit gegen Mitte dieses Jahrtausends den Höchststand erreicht haben wird. Als Grundlage dienten die Bevölkerungszahlen und -berechnungen der Jahre 1900 bis 2012.

Die Prämisse

In regelmäßigen Abständen werden mehr oder weniger akkurate Bevölkerungsprognosen veröffentlicht. Die Vereinten Nationen schätzen beispielsweise, dass die Bevölkerungszahl der Welt im Jahr 2100 irgendwo zwischen 15,8 Milliarden und 6,2 Milliarden Menschen liegen wird.  Die Schwankung der beiden Zahlen ergibt sich allein aus der Anzahl der angenommenen Geburten.

Die neuen Berechnungen

Interessant ist bei den 6,2 Milliarden, dass diese Zahl relativ weit unterhalb der meisten anderen Schätzungen liegt, die wiederum von mindestens 7 Milliarden Menschen im Jahr 2100 ausgehen. Gestützt wird die geringe Anzahl nun aber durch unabhängige Studien aus Spanien. Die Universität von Madrid sowie die San Pablo Universität haben gemeinsam ein mathematisches Modell entwickelt, welches die geringeren Schätzungen unterstreicht.

Während der Term „Überpopulation“ in den 1960er und 1970er Jahren gerne verwendet wurde, war anscheinend schon damals die Annahme der Geburtenzahlen (zumindest von der UN) weitestgehend akkurat. Und das obwohl die Fruchtbarkeitsraten seit 1950 um mehr als 40% gefallen sind.

Laut Studie werden im Jahr 2050 etwas über 8 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Bis 2100 wird diese Zahl dann auf 6,2 Milliarden fallen. Dies entspricht in etwa der Weltpopulation aus dem Jahre 2000.

Die Auswirkungen

Sollten die Berechnungen tatsächlich akkurat sein, wären die Auswirkungen beträchtlich. Immerhin würden nicht knapp 15 Milliarden Menschen Trinkwasser benötigen oder am CO2 Ausstoß sowie der Urbanisierung und der Ressourcennutzung beteiligt sein, sondern weniger als halb so viele [PDF der einzelnen Berechnungen].

Gerade im Hinblick auf die ebenfalls von der UN vor einigen Jahren berechneten 70% der Menschheit, die im Jahr 2050 in Städten leben werden, könnten die Erkenntnisse der Spanier interessant sein. Es wird gegenwärtig von 27 Megacities bzw. städtischen Agglomerationen im Jahr 2050 ausgegangen. Diese werden laut Berechnungen alle mehr als 10 Millionen Einwohner haben und bis zum Jahr 2050 soll bereits jeder zweite Mensch in Afrika oder Asien in Städten leben. In Indien wird sogar von ca. 900 Millionen (55%) „Urbaniten“ ausgegangen.  Zum Vergleich, heute sind es in diesen Regionen lediglich 20 bis 35% und in Europa, den USA sind heutzutage schon etwa 70% erreicht.

Was passiert also, wenn diese Berechnungen falsch waren und es diesen (vermeintlichen) Ansturm auf die Megacities gar nicht geben wird und die Bevölkerung stattdessen schrumpft?

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Veröffentlicht von

Sicherlich fragen sich jetzt alle, wer hier schreibt: Mein Name ist Helen Schrader, seit 2010 bin ich Diplom-Geographin (Uni Bonn) und eigentlich bin ich bei PIXUM in Köln im Bereich Online Marketing tätig. In meiner Freizeit schreibe ich an UrbanFreak und versuche der Geographie zumindest ein wenig treu zu bleiben.

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