Lost Places – Vergessen im Harz

Heute möchte ich ein kleines aber feines Projekt vorstellen, das zwar eigentlich kaum noch Unterstützung braucht, welches aber dennoch meine Aufmerksamkeit gewinnen konnte und somit heute ganz besonders ins Rampenlicht gerückt werden soll. Es geht nämlich um den kleinen Dokumentarfilm „Vergessen im Harz“, eine Lost Place Crowdfunding Doku, auf die ich am Wochenende hingewiesen wurde. Zwar ist das Thema Urban Exploration hier im Blog schon behandelt worden, aber da ich nicht unweit vom Harz aufgewachsen bin, muss ich diese Chance natürlich ergreifen.

Während ich also im Trailer darauf achte, die Orte meiner 4. Klassenabschlussfahrt nach Torfhaus wiederzuerkennen, lasse ich euch nochmal kurz mit dem Trailer zu „Vergessen im Harz“ alleine.

Die Bevölkerung: Unauffindbar im Harz

Der Harz gehört nicht unbedingt zu den Landstrichen in Deutschland, die von 25 Jahren deutscher Wiedervereinigung profitiert haben. Zwar ist das „Herz Deutschlands“ nun einer der zentralsten Punkte der Republik, aber sicherlich auch einer, der am weitesten von irgendwelchen Autobahnen entfernt ist. Stunden um Stunden auf den Landstraßen der Umgebung zum nächsten Volleyballspiel haben mir zumindest eins gezeigt: der Harz ist zwar zentral gelegen, aber eben doch alles andere als zentral.
Eine Auswirkung dieser geographisch und vor allem ökonomisch eher misslichen Lage sind die hohen Abwanderungsquoten der Bevölkerung und Landstriche, die nahezu ausgestorben sind. Kein Wunder also, dass (Ober)Bürgermeister der Gemeinden im Harz entgegen dem Pegida-Trend eher um Einwanderer betteln als beispielsweise ein Bundesland wie Sachsen-Anhalt, das immerhin schon massenhafte 1,9% Ausländer am Gesamtbevölkerungsanteil „verkraften“ muss.

Gegenwärtig weist der Landkreis Osterode am Harz eine Leerstandsquote von 7,1% an Wohngebäuden und einen Anteil an Gebäuden, die vor 1919 erbaut wurden, von fast 25% aus, was sich hier finden lässt. – Und ja, ich habe eben wieder den US-amerikanischen Zensus-Daten nachgeweint, die uns auch einen ungefähren Status zu Ab- und Zuwanderungen sowie der sozio-ökonomischen und demographischen Beschaffenheit der Bevölkerung gegeben hätten. Aber man muss mit dem leben, was man hat… Allerdings haben die Behörden und Medien vor Ort erkannt, dass es so etwas wie demographischen Wandel im ländlichen Raum gibt und Entwicklungskonzepte nicht schaden könnten, damit so etwas wie auf dem folgenden Bild kein Dauerzustand im Harz wird.

Lost Places im Harz

© Alle Bilder: mit freundlicher Genehmigung von Enno Seifried

Die Filmreihe: Lost Places

Kommen wir wieder zum Film zurück, um den es hier eigentlich gehen soll. Die Mail von Enno, einem der Schöpfer dieses Filmes, gehörte zu den Lichtblicken an meinem letzten Wochenende. Dazu aber später mehr. Lost Places ist eine Dokumentarfilmreihe, die sich mit allerhand Lost Places im, sagen wir einmal, semi-urbanen Raum beschäftigt. Nach der Trilogie zu den Lost Places in Leipzig aus den Jahren 2012 bis 2014 steht nun der Harz im Blickpunkt des Geschehens. Verlassene Orte gibt es hier genug, wie mir das netterweise von Enno zur Verfügung gestellte Bildmaterial zeigt.

Lost Place in nicht urbaner Gegend

Zugegebenermaßen fühle ich mich nach wie vor an die Jugendherberge in der 4. Klasse oder eine Hipster-Wohnung in Berlin-Kreuzberg erinnert, aber gut. Bleiben wir weiterhin bei den Lost Places und den tollen Dokumentationen der Truppe von Overlight Film. Daher stelle ich euch direkt noch die drei Trailer aus der Leipzig Trilogie vor, nebenbei bemerkt ist Leipzig eine der drei schönsten Städte, die ich im (ehemaligen) „Osten“ bislang besucht habe.

Zugegeben, Leipzig ist eine schöne Stadt. Genauso wie Dresden, Schwerin und Greifswald (ja, Martin, ich gebe es zu…).

Der Film: Vergessen im Harz

Der Film „Vergessen im Harz“ hat die Crew bislang zwei Jahre Arbeit gekostet und damit spreche ich von der Zeit, die VOR der Förderung in den Film gesteckt wurde. Somit finde ich es umso schöner, dass nun Geld dafür gesammelt wurde, dass der Film seine Premiere am 29.5. 2015 in einer ganz besonderen Location feiern darf: der Baumannshöhle. Und eben dies ist der Grund, warum nun Geld über die Visonbakery gesammelt wurde. Zwar ist das Geld, welches für diese Premiere benötigt wurde, mittlerweile eingenommen worden, aber seien wir mal ehrlich. Man kann Tickets für eine Filmpremiere gewinnen. In einer Tropfsteinhöhle. Im Harz. Und man kann sich einen Lost Places Dokufilm ansehen, der solche Bilder beinhaltet:

Non Urban Exploration im Harz

Oder solche Bilder, die das Herz eines jeden UrbEx-Fans sicherlich höher schlagen lassen:

Lost Place inmitten des Harz

Lost Places: Unterstützung für ein tolles Projekt

Wie man den Bildern ansieht, bekommen also auch die Fans der zweiten American Horror Story Staffel („Asylum“) etwas geboten, wenn Sie sich auf die Lost Places der ländlichen Gefilde einlassen. Ähnlich wie bei dieser Hollywood-Produktion empfehle ich auch bei der Harz-Produktion einen Blick auf die projektbezogene Facebook-Seite. Hier finden sich aktuelle Meldungen und natürlich Bilder der Crew, die alles ermöglicht hat und die man am 29.5. 2015 in der Baumannshöhle treffen kann, wenn man sich doch noch als Backer in die lange Liste der Unterstützer einträgt. Und ich kann dieses Erlebnis  nur empfehlen. Also nix wie los…:

Vergessen im Harz - Plakat - RGB - Klein

Get Lost: In eigener Sache

Bevor ich mich nun langsam aber sicher auslogge und meinen eigenen „Heimaturlaub“ um Ostern. plane, möchte ich abschließend noch Enno für seine nette Mail danken, die mich erst auf den Film und die schon bestehende Filmreihe aufmerksam gemacht hat. In meinem Postfach, das ausgerechnet an diesen Tagen wieder einmal von spammigen Mails überquoll, stach seine Mail auf nette und zuvorkommende Art hervor, weshalb ich natürlich gerne die Chance nutze um über den Film bzw. das Projekt berichten zu dürfen.

Mein Schreibtisch 23h an einem DienstagAll den netten Kaltakquise-Herren, die mir mittlerweile DIVERSE Mails mit dem Hinweis geschrieben haben, dass sich ein Link zu Mietwagen- oder Auto-Sommerreifen-Herstellern perfekt in den Text von Daniel Eulers Diplomarbeit zum Thema FAHRRAD Mobilität eignet oder die mir auf unnachahmliche Art und Weise zeigen wollten, wie toll doch Fotobücher, Fotoleinwände und dazugehörige Oster-Infografiken sind, denen empfehle ich 1. einen NOCH deutlicheren Blick auf unser Impressum oder die Autoren-Übersicht und 2. einen anderen Ansatz für den Linkaufbau.

Ein Blick auf unsere Xing Profile kann ebenfalls helfen. Wer es dann immer noch nicht begriffen hat, warum wir Wandbilder von Pixum präferieren oder Fahrradtouren in Köln mit Colonia-Aktiv durchführen, der sollte NOCHMALS den Satz UNTER der info@ Email-Adresse im Impressum lesen, bevor er einen von uns zum x-ten Mal anschreibt. Den Internetrechts Anwalt meines Vertrauens treffe ich nämlich erst Sonntag wieder.

In diesem Sinne gehe ich nun meine E-Mails weiter durch und lösche wieder ungesehen alle Mails, die mir kostenlose und vor allem hochqualitative E-Books, Infografiken oder Videos zum Thema Autoreifen, Leinwände oder Versicherungen anbieten. – Passt ja so gut zum Thema des Blogs wie mein hochqualitativer Galerie-Print zum (besten Geschenk ever) Ninja-USB-Stick und dem Tacker.

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Sicherlich fragen sich jetzt alle, wer hier schreibt: Mein Name ist Helen Schrader, seit 2010 bin ich Diplom-Geographin (Uni Bonn) und eigentlich bin ich bei PIXUM in Köln im Bereich Online Marketing tätig. In meiner Freizeit schreibe ich an UrbanFreak und versuche der Geographie zumindest ein wenig treu zu bleiben.

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