Restaurants und Reinlichkeit

Ich persönlich bin immer wieder überrascht zu welchen Themen es Karten und Grafiken gibt. Besonders die USA sind wahre Statistik-Fanatiker. Sei es nun ein Almanach, der alle Sportergebnisse von 1950 bis zum Jahr 2000 aufgelistet hat (ja, ich habe Zurück in die Zukunft schon ein, zwei Mal gesehen), eine Karte der Bevölkerungsentwicklung des Landes, der Stadt bzw. eines Straßenzuges oder eine Auflistung von Verbrechen, Autounfällen und Nachnamen. Alles ist im Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu finden. Eine durchaus interessante und meiner Meinung nach in Deutschland viel zu vernachlässigten Informationsplattform für interessierte Leser.

Beginnen wir mit dem kuriosen

Nach und nach wollen wir Ihnen Karte aus aller Welt und allen Ecken des Internets präsentieren, die durchaus zur Nachahmung anregen und die den meisten von Ihnen sicherlich in dieser Art und Weise noch nicht untergekommen sind. Den Anfang macht in diesem Artikel eine kulinarische Karte der New York Times. Das Gesundheitsamt der Stadt testet nämlich jedes Restaurant, jeden Imbiss und jede Art der Cuisine mindestens einmal im Jahr und benotet die Verstöße.

Sanitäre Inspektionen zum Nachschlagen

Meatpacking District und Fleisch in New York CityWenn Sie schon einmal zu nachtschlafender Zeit in einer größeren Stadt unterwegs waren, hatten Sie vielleicht schon einmal das fragwürdige Vergnügen die Lebensmittellieferungen vom Restaurant ihres Vertrauens zu erleben. Dies kann durchaus unspektakulär sein, kann aber auch dazu führen, dass Sie den Mongolen in der Innenstadt oder das tolle italienische Restaurant in der Altstadt eher nicht mehr frequentieren.

Die Gesundheitsverstöße bei Restaurants können sehr vielfältiger Natur sein. Diese reichen von Insekten über Nagetiere bis hin zu einer unsachgemäßen Lagerung (im beobachteten Fall beispielsweise von Meeresfrüchten auf dem Bürgersteig) oder der mangelnden Hygiene des Personals.

Von Zufällen und regelmäßigen Verstößen

Das Gesundheitsamt einer Stadt trägt daher die Verantwortung solche Verstöße zu ahnden und den mehr oder weniger dezidierten Beschuldigungen von Verbrauchern nachzugehen. In Deutschland ist es seit September 2012 die Pflicht der Bundesländer über diese Verstöße zu informieren. Leider sind diese Informationen auch drei Monate nach der Einführung bei weitem nicht so fortgeschritten wie man es sich als Verbraucher wünscht.

Während Deutschland also in Behördendeutsch und auf wenig bekannten sowie in jedem Bundesland anderslautenden Seiten informiert, sind die USA bzw. in diesem Fallbeispiel New York City schon einen Schritt weiter.

Kartenstruktur und Suchfunktionen

Wie Sie dem Screenshot der Karte entnehmen können, gibt es auf der Seite eigentlich alles, was man als Verbraucher wissen möchte. Die Karte kann sowohl nach der geographischen Lage als auch nach dem Restaurantnamen durchsucht werden. Darüber hinaus gibt es Filterfunktionen zu der Schwere und Häufigkeit der Verstöße, der Art von Verstoß und selbst die Länderküche ist frei anwählbar. Wenn Sie also beispielsweise ein chinesisches Restaurant in New York suchen, das lokal nicht durch die Schaben in der Küche oder das ungewaschene Personal oder das Rattengift im Essen bekannt ist, dann empfiehlt sich ein Blick in die Karte des Gesundheitsamtes von New York.

Informationen auf einen Blick statt Textbrei

Auf der Karte erhält der Verbraucher direkt alle Informationen auf einfache Art und Weise, wohingegen er in Deutschland Texte lesen und vor allem erst einmal verstehen muss. So schreibt die Lebensmitteltransparenz NRW beispielsweise etwas vom Inverkehrbringen, Fleisch warmblütiger Tiere und tiefgefroren Fleischerzeugnisse (Grammatik ist ja schließlich auch eine Kunst). Kann man machen, muss man aber nicht. Zumal eine Karte auf lange Sicht nicht viel mehr Arbeit macht als das dauernde kopieren und einfügen irgendwelcher Wortbausteine.

Wenn Sie mich fragen, dann sind die Karten nicht nur eine deutlich informativere Lösung sondern auch eine wesentlich bessere. Sowohl Besucher als auch Bewohner einer Stadt können auf einen Blick schwarze Schafe erkennen und entdecken bei der Suche vielleicht direkt noch ein neues Restaurant, dass es sich zu Besuchen lohnt.

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Veröffentlicht von

Sicherlich fragen sich jetzt alle, wer hier schreibt: Mein Name ist Helen Schrader, seit 2010 bin ich Diplom-Geographin (Uni Bonn) und eigentlich bin ich bei PIXUM in Köln im Bereich Online Marketing tätig. In meiner Freizeit schreibe ich an UrbanFreak und versuche der Geographie zumindest ein wenig treu zu bleiben.

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