Jede Stadt braucht einen Superhelden

In Ordnung, es ist schon (fast) wieder Wochenende und was kann es da schöneres geben als einen Beitrag über Superhelden. Zu sehr off-Topic für eine Seite, die in erster Linie von urbanen Strukturen und seinen Bewohnern handelt? Mitnichten. Aber überzeugt euch selbst.

Ich habe mich mal ein wenig in den Städten der Welt umgeschaut und nach den Rettern der Schwachen gesucht. Immerhin gibt es mittlerweile in jeder Stadt Superhelden und solche, die es werden wollen. Beispiele gefällig? Kein Problem. Mexico City im Allgemeinen und Peatonito im Besonderen wäre zumindest eine Nachricht wert. Dieser (ehemalige) Angestellte der Stadt konnte nicht mehr so recht mit der hohen Anzahl an Unfällen im täglichen Verkehrsaufkommen Mexico Cities leben und hat sich der Sache nun selbst angenommen.

Die Verkehrssituation in Mexico City

Im gesamten Land liegt die Todesrate nach Autounfällen bei etwa 17.000. Das heißt, dass pro Jahr in etwa so viele Menschen in Mexico City durch Autounfälle sterben wie die NRW-Städte Holzwickede, Kierspe und Brakel an Einwohnern besitzen. Bezogen auf Mexico Cities Bevölkerung bedeutet dies, dass auf 100.000 Einwohner pro Jahr 20 Tote durch Autounfälle kommen. Die IMG_3907meisten (68%) sind hierbei Menschen, die mit dem Auto selbst verunglücken, wohingegen 21% der Sterbefälle Fußgänger sind, die durch einen Autounfall sterben. Wie sich die fehlenden 11% zusammensetzen, teilt uns bzw. mir die WHO aber leider nicht mit.

Das Auftreten maskierter Menschen in Städten

Es wird deutlich, warum Mexico City einen Menschen benötigt, der über sich hinauswächst und zum Superhelden wird. Bislang konnten die WHO Road Safety Bestrebungen noch keine größeren Erfolge verbuchen, weshalb die Zeit reif für Peatonito ist. Maskiert und in Strumpfhosen springt er nun vor Autos und hilft den Menschen beim sicheren überqueren der Straße.
Er scheint auch nicht alleine in seinen Bestrebungen zu sein. Denn bei meiner Recherche bin ich auf einige (hauptsächlich) Männer gestoßen, die anscheinend gerne Strumpfhosen tragen. Ein Phänomen, das auch dem Spiegel aufgefallen ist. Sicherlich, viele haben vermutlich etwas zu oft Kick-Ass oder Super gesehen, aber einen gewissen Nutzen kann man den meisten dieser voll echten Superhelden nicht komplett absprechen.

Wir möchten ja keine Doppelgänger

IMG_3879Je mehr man sich mit realen Superhelden beschäftigt, desto faszinierender wird die ganze Sache irgendwie. Ich meine, wer hätte gedacht, dass auch unter den Superhelden das Beamtentum regiert. Trotz Verkleidung und Superkraft darf bei der Erfassung der einzelnen Helden nichts schief laufen. Daher gibt es eine eigene Registry, welche die realen Superhelden erfasst. Die Organisationsstrukturen der Superhelden können sich sehen lassen. Selbst die Erzfeinde der realen Superhelden sind erfasst um sie so besser zuordnen zu können. Schließlich können sie überall (ja, auch hinter Parkuhren) lauern und auffallen muss man dem Helden schließlich irgendwie. Nicht jeder kann sich in Anbetracht eines Aufeinandertreffens so zielgerichtet äußern wie Warren in der Serie mit einer ebenfalls sehr menschlichen (Super-) Heldin namens Buffy: „We’re your arch-nemesises-ses“ (6 Staffel, Folge 11: Gone/Verschwunden – Falls jetzt wieder jemand Lust bekommen hat, sich die Serie noch einmal anzuschauen). 😉 Street-Credibility muss eben erst aufgebaut werden, damit ganze Städte und deren Superhelden vor einem Angst haben.

Kommentare

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Gaslamp Quarter in San Diego - UrbanFreak

  2. Pingback: Gaslamp Quarter in San Diego » UrbanFreak

Schreibe einen Kommentar