ITB und die Destination als Brand

Wie bereits in unserem Artikel über das Hotel der Zukunft angemerkt, ist Julian derzeitig wieder einmal in der Welt des Tourismus unterwegs und berichtet dieses mal von der ITB in Berlin für uns. Er lässt es sich natürlich auch hier wieder nicht nehmen und versorgt seit heute morgen die aufmerksamen Facebook und Twitter Fans von UrbanFreak.de über die neuesten Entwicklungen aus der Welt des Tourismus und Destinationsmanagements. Von den einzelnen Veranstaltungen, die er auf der ITB besucht, berichtet er, wie auch schon bei dem Geographentag aus Passau live via Twitter und Facebook. Am ersten Tag hat es bereits zu einigen netten Einblicken von der ITB und zum Tourismus in NRW gereicht. Was es ansonsten noch in den nächsten Tagen (vermutlich) geben wird, versuche ich nun einmal kurz anzureißen.

Binnentourismus und User Generated Content im Tourismus

Heute ging es direkt mit dem Thema Binnentourismus in Deutschland los. Dicht gefolgt vom derzeitigen Trendthema des user generated content in Bezug auf die Entwicklung von Tourismuszielen und den damit verbundenen Einflüssen auf das Reiseverhalten der Deutschen. Immerhin boomt derzeitig der deutsche Städtetourismus und profitiert gleichzeitig noch davon, dass die Deutschen wieder mehr Geld für den eigenen Urlaub ausgeben.

Destination als Brand

Generell wird (auch dank einer Studie, die dem guten Julian nicht ganz unbekannt ist), eine Destination mehr und mehr als eigene Marke oder eben Brand gesehen. Vorbei sind die Zeiten, in denen jede Stadt damit warb sich vom Rest der Konkurrenz durch schöne Natur und familiäres Ambiente abzusetzen. Es wird deutlich mehr selektiert und positioniert. Wo noch vor einigen Jahren mit eher hausbackenen Mitteln auf Touristen und Besucherfang gegangen wurde, wird mittlerweile geforscht was das Zeug hält.

Destination Brand Studie

Die Studie, die hier sowohl das Web 2.0 und 3.0 sowie user generated content und Destinationsmanagement verbindet ist die Destination Brand Studie, die den Tourismus nun auch zum ersten Mal digital beleuchtet und durchleuchtet. Wonach suchen Interessenten denn überhaupt, wenn sie einen Urlaub planen? Welche Aktivitäten verbinden Sie mit einem anvisierten Zielort? Und welche digitale Themenkompetenz besitzen die einzelnen Destinantionen in Bezug auf die Online Suche?

ITB Berlin Destination als Brand ©Julian Reif

All dies wird am 7. März 2014 um 15 Uhr auf der ITB vorgestellt werden. Genauer gesagt in Salon 21, ICC. Denn dann heißt es dort: „Wandern, Reiten oder doch eher Kulinarik? DestinationBrand 13 – digital untersucht erstmals die Themenkompetenz deutscher und ausländischer Reiseziele im Internet“

Die seit 2009 erhobene und bevölkerungsrepräsentative Destination Brand Studie, wurde nun zum ersten mal auch digital erhoben und erfasst somit die Themenkompetenz von 137 deutschen Reisezielen und 33 internationalen Destinationen. Fragen wie: „Für wie geeignet halten Sie eine der folgenden Destinationen für ausgewählte Urlaubsarten?“ oder „Wie groß ist Ihr Interesse an folgenden Urlaubsarten?“ wurden in den bisherigen Ausgaben der Studie, die vom Institut für Management und Tourismus (IMT) der FH Westküste in Heide und der Tourismuszukunft – Institut für eTourismus durchgeführt wurde, gefragt und nun in der digitalen Studie um die Analyse des Suchverhaltens im Internet erweitert.

Im Jahr 2009 wurde zunächst der Markenwert von den einzelnen Destinationen gemessen, 2010 die Themenkompetenz, 2011 das Image und schließlich im Jahr 2012 wieder der Markenwert. Das Jahr 2013 markierte somit wieder die Erfassung der Themenkompetenz, die diesmal noch um ein zusätzliches digitales Modul (Destinations-Suchverhalten im Internet) ergänzt wurde. Durch die Studie hat man daher nun durch die umfangreiche Abfrage der Destinationen einen hervorragenden Zeitvergleich zu den Destinationen, da sich die Urlaubsziele nicht ändern und alle drei Jahre die Themen der zurückliegenden Studien wieder aufgegriffen werden und die Entwicklung innerhalb dieser Jahre beleuchten.

Bezogen auf die insgesamt 170 Reiseziele wurden 49 „Urlaubsarten und -aktivitäten“ bei den Teilnehmern abgefragt. Hierdurch ergeben sich nicht nur Marketingstrategien für Urlaubs-Destinationen, sondern auch die Möglichkeit, sich als eigene Brand zu behaupten und zu entwickeln. Wie sieht es denn beispielsweise mit der Themeneignung „Wellness“ für den Thüringer Wald aus? Oder sollte sich das Weserbergland wirklich mit der schönen „Natur“ und nicht vielleicht lieber mit der „Märchenstraße“ bewerben? Vielleicht ist es aber auch etwas ganz anderes wie „Kulinarik“, „Gesundheit“ oder „Kultur“, die eine Destination zu etwas ganz besonderem für die Suchenden im Internet macht.

Wenn für eine Destination zum Beispiel eher nach Reiturlaub gesucht wird, bringt den Hotels, den Kultureinrichtungen und den Thermen im Ort eine Marektingstrategie, die auf Wellness ausgelegt ist eher weniger. – Dennoch machen viele Destinationen diesen Fehler und versteifen sich zu sehr auf alte, festgefahrene Muster bzw. halten an diesen fest.

Wer also derzeitig in Berlin weilt, oder auch nur ansatzweise am Thema Binnentourismus interessiert ist, dem empfehle ich einen Besuch auf der ITB. – Wer es am 7. März 2014 um 15 Uhr in den Salon 21 schafft, der kann ja auch einmal die Augen nach einem sehr ambitionierten „Twitterer“ aufhaöten. – Die Wahrscheinlichkeit, dass er/sie dann unseren rasenden Reporter gefunden hat, sollte dann durchaus gegeben sein. 😉

In diesem Sinne wünsche ich den daheim gebliebenen noch viel Spaß mit den Geschichten von der ITB und dem großen Brand Trendthema im Tourismus und Destinationsmanagement. – Oder der Taxi-Warteschlange…

ITB und der ÖPNV

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