Sonntagslektüre: Grenzen, Vulkane und andere Brücken

Auf Island verschieben sich die Kontinentalplatten

Wenn man krank zu Hause auf der Couch rumliegt, hat man ja irgendwann alles gesehen, was das eigene DVD Regal oder das TV Programm so zu bieten hat. Daher habe ich mich die letzten paar Tage wieder einmal mehr meinem Tablet und meinen RSS Feeds gewidmet. Daher möchte ich nun doch einmal ein paar Lesetipps geben, falls es tatsächlich noch anderen Leuten so geht wie mir. Ich meine, es ist ja nicht so, dass das Wetter (zumindest hier) nach Aktivitäten in der Öffentlichkeit einlädt. Wer also noch ein paar Tipps benötigt, der kann sich nun das heraussuchen, was sich auf den ersten Blick interessant anhört. – Und das beste: Alle Artikel sind mobilfähig. 😉

Die Geschichten der Flüchtlinge an der Grenze zu Texas

Aus irgendeinem Grund habe ich TexasMinthly in meinen Feeds. Warum genau, weiß ich nicht mehr, aber ich glaube es hatte mit diesem hervorragenden Artikel über die Dreharbeiten vom Texas Kettensägen Massaker zu tun. Kein Witz. Der Artikel ist wahnsinnig lang und erzählt die Geschichte, wie es zu diesem Film überhaupt kam und wie eine Gruppe „Verrückter“ für 60.000 Dollar einen Film drehen konnte, der heute noch begeistert.

Aber gut. Zurück zum eigentlichen Thema. Die online Zeitung kann natürlich noch mehr. Ebenfalls interessant zu Lesen ist die Reihe: Faces of the Border Crisis, welche sich mit den Personen im Grenzgebiet zwischen Texas und Mexiko beschäftigt. Vielleicht dadurch bedingt, dass ich die letzten Tage Zeit hatte die erste Staffel der amerikanischen Fassung von „The Bridge“ zu sehen. Diese ist zwar keinesfalls so gut wie das schwedische Original, spielt aber eben nicht in Skandinavien, sondern an besagter Grenze zu Texas bzw. Mexiko. In regelmäßigen Abständen erscheinen im TexasMonthly nun Geschichten zu Personen in der Grenzregion. Nachdem es zunächst hauptsächlich im Grenzbeamte, Geistliche und Krisenmanager ging, wird nun langsam aber sicher auch einmal der Blick auf die andere Seite der Grenze gelegt. So ist der neueste Beitrag einer über die Geschichten der Kinderflüchtlinge, die Tag für Tag an der Grenze ankommen. Wie eben zum Beispiel die von Edras, einem 16jährigen Flüchtling aus Guatemala. Der nach 1.400 Meilen Reise nun in Texas angekommen ist und nun im Jugendarrest an der Grenze sitzt, weil man ihn auf den letzten Metern eben doch noch „geschnappt“ hat.

Alles in allem eine Reihe, die man sich durchaus einmal anschauen sollte, wenn man entweder die angesprochene Krimi-Serie mit Diane Kruger, Demián Bichir und Matthew Lillard gesehen hat und nun ein wenig aus der Realität erfahren möchte.

Die Brücke am Kwai

Brücken scheinen irgendwie das übergeordnete Thema in diesem Artikel zu sein. Wie Klout mir nämlich gestern verraten hat, gehöre ich mit meinem Klout Score von 44 nämlich nicht nur zu den Top 40% der Social Media Nutzer weltweit (was auch immer mir das nun sagen soll…), sondern auch zu Perosnen, die sich mit geographischen Themen beschäftigen. Daher wurde mir doch prompt ein Artikel vorgeschlagen, den ich unbedingt teilen sollte: Sri Lanka baut die Brücke am River Kwai wieder auf.

Fun Fact am Rande: den Film „Die Brücke am Kwai“ habe ich ebenso wie die schwedische Ausgabe von „Die Brücke“ und Texas Chainsaw Massacre vor gefühlten 100 Jahren mal mit meinem Vater gesehen. 🙂

Aber gut, kommen wir auch hier wieder zum eigentlichen Thema zurück: Nach 57 Jahren gibt es nun ernsthafte Überlegungen, die „echte“ Brücke am Kwai wieder aufzubauen. Die ernsthaften Geographen unter uns, fragen sich nun vermutlich, wo der Zusammenhang zwischen dem Fluss Kwai und Sri Lanka besteht, da der namensgebende Fluss des Film schließlich an der Grenze zwischen Thailand und Myanmar bzw. dem damaligen Birma fließt.

Eine Tatsache, die auch durchaus nicht von der Hand zu weisen ist und daher nur wenig mit Sri Lanka (damals Ceylon) zu tun hat. – Gäbe es da eben nicht den besagten Film. Dieser wurde nämlich nicht an den realen Schauplätzen des Brückenbaus gedreht (an dieser Stelle steht nämlich noch heute eine Brücke über den Kwai), sondern eben in Sri Lanka. Dort wurde dementsprechend auch die (nachgebaute) Holzbrücke über den Kwai (bzw. in diesem Fall den Kelani) bei den Dreharbeiten in die Luft gejagt. Zwei Mal, nebenbei, da die erste Szene durch einen Kamerafehler nicht wirklich gefilmt wurde.

Um nun den Tourismus in der Gegen Sri Lankas anzukurbeln und gleichzeitig einen Staudamm (ohne große Gegenwehr) bauen zu können, gibt es gegenwärtig überlegungen ebendiese Brücke, die damals aus 1.200 Bambusrohren gebaut wurde, wieder aufzubauen.

Von Vulkanausbrüchen und (Luft)Brücken

Dritter und vorletzter Artikel, den ich die letzten Tage so gelesen habe, ist dieser von CityLab.com, der sich mit dem Bárðarbunga auseinandersetzt. Der letzte isländische Vulkan, der ausbrach kostete die globae Wirtschaft etwa 5 Milliarden US$. Sicherlich ein Grund, warum gerade die isländischen Vulkane nun etwas kritische beäugt werden, wenn Sie ausbrechen bzw. aktiver werden. Der Bárðarbunga ist zwar kein Eyjafjallajökull und benimmt sich gegenwärtig eigentlich noch ganz gesittet, aber dank der isländischen Telekom, ist man mittendrin, statt nur dabei. – Sofern auch hier der Server hält und das Bild der Webcams angezeigt werden kann. Sollte der Live-Feed wieder einmal nicht funktionieren, empfehle ich noch dieses Video.

Der Fachkräftemangel in Deutschland

Von Island schlage ich doch dann direkt einmal eine Brücke zum deutschen Arbeitsmarkt: Wer wie ich einen Haufen arbeitsloser Maschinenbauer, Elektrotechniker und sonstiger junger, arbeitswilliger Personen aus dem technischen Bereich kennt, die in Deutschland ja ach so händeringend gesucht werden, dem empfehle ich dieses Video:

Also: Deutschland braucht Fachkräfte. Diese sollten nach Möglichkeit aber eben nur Anfang 20 sein, 300 Jahre Arbeitserfahrung haben, arisch(ster) Abstammung sein, 5 Fremdsprachen sprechen, Auslandserfahrung haben und natürlich ungebunden und zur Zeitarbeit bereit sein. Angestellt werden sie dann auch über eine Zeitarbeitsfirma zu einem drittel des eigentlichen Gehaltsniveaus und dafür dürfen sie dann auch mehr arbeiten als die alteingesessenen Personen im Unternehmen, die natürlich noch die alten Tarifverträge haben.

Kaum zu glauben, dass so ein Beitrag auf ARD lief. Nach fünf Minuten weiß man, dann auch, wie statistisches Arbeiten in deutschen Unternehmen läuft. Ich suche mir nun also ein paar Kausalitäten aus Korrelationen und telefoniere mit meinen Arztfreunden in Skandinavien um ihnen mein Leid zu klagen. Bin schließlich krank und mein Arzt hatte Freitag schon zu, als ich von der Arbeit kam…

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