Fashion District und Financial Core

Kommen wir zum vorletzten Teil der Quartiere in Downtown L.A. Reihe. Heute wird genauer auf den Fashion District und den Financial Core eingegangen. Ersterer zählt zu den neuesten Wohnbereichen der Innenstadt von Los Angeles. Die Wohnfunktion konzentriert sich hauptsächlich auf eine Handvoll Gebäude in den von ehemaligen Fabriken geprägten Straßenzügen. Besonders die zwischen den Jahren 2004 und 2007 fertig gestellten Santee Court und Santee Village Komplexe haben aber über 450 Wohneinheiten und sorgen mit den restlichen umgenutzten ehemaligen Warenhäusern für ein breit gefächertes Sortiment an bereitgestelltem Wohnraum, welches die Bewohner auch durchaus zu schätzen wissen.

Wohnen im Fashion District von Los Angeles

Im Mittel vergaben die Bewohner mit 1,7 die beste Note für die Spannbreite an verfügbaren Wohnungen von allen Nachbarschaften. Laut Fashion Business Improvement District gab es im Jahr 2008 fast 2.000 Wohneinheiten, die sich aus Live/Work apartments, affordable units und market rate condos zusammensetzten und die noch wesentlich erweitert werden sollen.

„So the fashion district is really spreading in a lot of ways.” (Interview D)

„(…) the transition (…) is from garment manufacturing to more of the design side and designers and studios for designers, linkages with the fashion institute, designer merchandising, FIDM school.” (Interview D)

„This is one of the exciting things that are going on in the Fashion District. L.A. is becoming this contemporary fashion hub now. It wasn’t for a long time. (…) at 9th and Los Angeles Streets, is really the epicenter of the Fashion District.” (Interview C)

Seit 2000 wurden über 510 Millionen US-Dollar in Projekte innerhalb des Fashion Districts investiert. Dies führte neben einer besseren Auslastung der Geschäfte im Erdgeschoß von mehr als 25% auch zu einer Intensivierung der Beziehungen zwischen dem Fashion District und dem FIDM, das sich im Bereich South Park befindet.

Gentrification umliegender Nachbarschaften

UrbanFreak.de L.A.01Hier wird also, ähnlich wie im Historic District, der den Abschluss unserer Quartiersvorstellungen einnehmen wird, auf das Ausnutzen von Standortvorteilen hingearbeitet. Unterschiedlich ist hierbei lediglich das Metier, da es sich hier eher um die Design-Seite statt um die Maler und Galeristen des Nachbardistrikts handelt.

Erklärt werden kann dies abgesehen von der Nähe zum FIDM auch mit der zum Warehouse und Wholesale District, in den sich der Fashion District langsam weiter ausbreitet.

Vom Fashion Center zum Financial Core

UrbanFreak.de L.A.06Dieser Bezirk ist, wie es der Name schon vermuten lässt, zu großen Teilen der CBD bzw. er befindet sich in unmittelbarer Nähe zu den großen Finanz- und Bürotürmen der Stadt und ist mit seinen großen Anteilen an historischen Gebäuden geradezu dafür prädestiniert gewesen, von der Implementierung der Adaptive Reuse Ordinance zu profitieren. Zu den ersten umgenutzten Gebäuden überhaupt zählt das dort befindliche 1948 erbaute ehemalige Mobile Oil Hauptquartier, das 2003 in die Pegasus Lofts umgebaut wurde und bis dahin das mit Abstand größte ARO Projekt in der Downtown war.

Die Lage des Financial Centers in L.A.

Heute konzentriert sich die Bevölkerungsentwicklung größtenteils auf einen vier Straßenblocks umfassenden Bereich zwischen Sixth und Seventh Street sowie Flower Street und Grand Avenue. Außerdem weisen nahezu alle Gebäude im Stadtteil mehrere Nutzungen innerhalb der einzelnen Gebäudestrukturen auf.

Ebenfalls dort liegen auch die angesprochenen Pegasus Lofts und das Standard Hotel. Letzteres hat vor allem wegen eines auf dem Dach befindlichen Nachtclubs eine bedeutende Rolle für das Nachtleben und die fortschreitende Revitalisierung in dem Bezirk, der zusätzlich eine gute Lage innerhalb der gesamten Downtown hat:

„Three blocks north of Ralphs Fresh Fare Market, Six Blocks from Staples Center and L.A. Live and within walking distance of a lot of great amenities and restaurants and bars and this is such a walkable area, that a lot of people say that they love to live here to have this convenience factor.” (Interview C)

Im Großen und Ganzen befinden sich momentan etwas über 1.500 Wohneinheiten im Financial District, von denen die meisten Eigentumswohnungen und somit eher für besserverdienende Gruppen zugänglich sind.

„They are expensive for a reason, because people are leasing and the land is not cheap in downtown. You need to build up and the rental market is strong and the people are paying those rents.” (Interview C)

UrbanFreak.de L.A.03Außerdem profitiert der Financial District von seiner Lage inmitten der sechs neighborhoods, die am meisten von der ARO betroffen sind. Die große räumliche Nähe zu allen anderen Nachbarschaften führt dazu, dass nahezu jeder Bereich binnen weniger Gehminuten erreicht werden kann. Darüber hinaus gibt es in fast jedem der Gebäude kommerzielle Nutzungen im Erdgeschoß, zumeist Restaurants und Cafes, die für viel Fußgängerverkehr und Lebendigkeit in dem Stadtteil sorgen. Hinzu kommen Hotels von überregionaler Bedeutung, eine gute Anbindung an das ÖPNV-Netz der Stadt und die Nähe zu vielen Arbeitsplätzen.

Problemgebiete Downtown Los Angeles

Einziges Problemgebiet ist der zwischen dem Financial District und dem Historic Core liegende Broadway. Diese sehr stark ethnisch geprägte Einkaufsstraße, die tagsüber von sehr vielen Menschen hispanischer Abstammung frequentiert wird, vereinsamt gegen Abend deutlich und bildet eine scharfe Trennlinie zwischen den beiden prosperierenden Regionen:

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„But last couple years Broadway has sort of been a dead zone between stuff that was happening in the Financial District and stuff that was happening in the Historic Core. I mean, you know, 6 o’clock, the stores close down, the gates go down, and all of the sudden , it’s like a ghost town and you’re comfortable on this side and you’re comfortable on that side, but walking across Broadway you say: whoah, a little bit scetchy here.” (Interview G)

Gesetzesänderungen durch CRA und Stadt sollen dafür sorgen, dass sich diese problematische Situation nicht verschlimmert und der Broadway wieder attraktiver wird. So wird beispielsweise die Art der Sicherheitsverriegelungen an den Shop-Fronten (Gitter anstatt komplett geschlossener Rolltore) in den Gesetzen geregelt. Durch diese offeneren Sicherheitseinrichtungen soll auch in der Nacht das Window-Shopping und Flanieren ermöglicht werden. Anstatt vor verdunkelten Rolltoren entlangzulaufen haben Fußgänger nun den Blick auf beleuchtete Shops und Fensterfronten.

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Außerdem gibt es hier noch ein sehr hohes Potenzial für zukünftige Nutzungen, da den Broadway sehr viele ältere Theater und Kinos säumen, die momentan noch leer stehen und von denen bislang nur wenige renoviert wurden. Doch, und da sind sich alle Experten einig, wenn eine Revitalisierung der Theater erfolgen würde, könnte es enorme Ausmaße für die Downtown haben:

„Even as little as it’s left from the theaters of this town, right now we have 17,000 seats. historic theaters in this town. They are not active, but they are there. That is probably bigger than Broadway in New York. Again, we do have 17,000 seats in historic theaters that could be renovated and reused.- Do you think that is more important or L.A. Live? I would challenge anybody who says L.A. Live is more important.” (Interview I)

Hierzu aber im abschließenden Teil, wenn es um den Historic Core der Downtown Los Angeles gehen wird. Dieses Quartier ist das wohl interessanteste und am meisten revitalisierte Quartier der Downtown Los Angeles.

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