Fahrrad Monitor 2013

Ausnahmsweise gibt es heute einen Artikel über nachhaltige Mobilität von mir. Ich hoffe also, dass ich Daniel hier einigermaßen vertreten kann. 😉 Heute wurde nämlich vom ADFC (der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club) und dem BMVI (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur der so genannte Fahrrad Monitor 2013 für Deutschland veröffentlicht. Diese bevölkerungsrepräsentative Online-Befragung beschäftigt sich mit dem Thema Fahrrad fahren in allen Arten und Formen. Neben der allgemeinen Nutzung des Fahrrades als Verkehrsmittel, wird auch auf die Verfügbarkeit von Verkehrsmitteln (sowohl Fahrrad als auch ÖPNV, also den öffentlichen Personennahverkehr und MIV, motorisierten Individualverkehr) eingegangen. Ebenso bekommen Mieträder, E-Bikes und die Verkehrspolitik ihren eigenen Platz in der von der Sinus Markt- und Sozialforschung GmbH durchgeführten Studie.

Erkenntnisse vom Fahrrad Monitor 2013

Durchgeführt wird die – alle zwei Jahre durchgeführte – Studie seit 2009. Aufgrund der Durchführung durch das Sinus Institut, wird natürlich eine besondere Aufmerksamkeit den Sinus Milieus geschenkt, wodurch die Studie einige interessante Einblicke in die verscheidenen Milieus vermittelt. – So zu sehen ab Seite 119 der Fahrrad Monitor 2013 PDF. Ich meine, wer hätte gedacht, dass sich das „prekäre“ Sinus-Milieu laut Studie deutlich unsicherer auf dem Zweirad fühlt (nur 38% geben an, sich sehr/meistens sicher zu fühlen), als z.B. die Expeditiven (59% fühlen sich sehr/meistens sicher) und die „Performer“. – Die Bedeutung dieser wundervollen Sinus-Milieus, die ich schon während des Studiums wahnsinnig „spannend“ fand, gibt es im Exkurs vom Fahrrad Monitor auf den Seiten sechs bis vierzehn erklärt. Ich verzichte daher einmal auf eine genauere Einordnung der einzelnen Sinus-Milieus in die Skala: „Schaut RTL2 ganztägig“ bis „besitzt keinen Fernseher“.

Fahrrad Nutzung und Fahrrad Verfügbarkeit

FahrradabstellanlageLaut Studie haben 72% der deutschen Haushalte mindestens ein Fahrrad. Durchschnittlich sind es sogar 2,4 Räder pro Haushalt. Die Fahrrad Nutzung verhält sich relativ stabil seit Durchführung des Fahrrad Monitors. Lustigerweise ist die Fahrrad Nutzung nebenbei laut Monitor fast so attraktiv wie das Fliegen. Während 20% dem Fahrrad eine hohe Nutzungsattraktivität zusprechen, sind es 24% bei den Flugzeugen. Damit sind die Flugzeuge den (motorisierten) Zweikrafträdern knapp auf dem Fersen.

Gelegentlich nutzen immerhin noch 66% der Befragten das Fahrrad. – Meistens für Einkäufe und kurze Erledigungen. Nur knapp jeder Dritte nutzt das Rad auf dem Weg zur Arbeit oder Schule (35%). Wirklich interessant ist hier, dass sehr viele der Pendler das Fahrrad auf dem täglichen (Arbeits-)Weg mit dem ÖPNV kombiniert. Umso trauriger ist es hier allerdings, dass die derzeitige Situation bei Abstellplätzen an Haltestellen und Bahnhöfen eigentlich durchweg als negativ gesehen wird. Anders sieht es am Arbeits- oder Wohnort aus.

Sicherheitsempfinden beim Fahrrad fahren

Fast genauso negativ geprägt ist das Sicherheitsempfinden im Fahrrad Monitor. Zwar sind die Ergebnisse von 2013 gegenüber 2011 stabil geblieben, aber nur etwas mehr als die Hälfte der Fahrradfahrer fühlt sich wirklich sicher. Gut, ein Grund könnte sein, dass nur 15% der Radfahrer in der Studie angaben, einen Fahrradhelm „immer“ zu nutzen, aber wir wollen ja nicht kleinlich sein. Immerhin steigt die Sensibilität bei den Befragten und weitere 15% geben an, zumindest ab und an einen Radfahrhelm aufzusetzen.

Mobilitätsvorschriften auf Wegen

Die Wünsche nach dem Ausbau bzw. Bau neuer Radwege kann aber vermutlich jeder (Groß-) Stadtbewohner nachvollziehen, der nicht gerade auf den Straßen von Münster unterwegs ist. Interessant finde ich, dass in den Top5 der dringlichsten Wünsche die Kommunikationsmaßnahmen zum besseren Miteinander aller Verkehrsteilnehmer einen Platz gefunden haben.

Ungebrochene Beliebtheit für Räder

Nachdem dieser Blog gerne und häufig mit dem Begriff „Fahrradladen Bonn Endenich“ gefunden wird, breche ich hier doch direkt eine Lanze und erwähne, dass mehr als ein Viertel der Befragten den Kauf eines Rades in den nächsten 12 Monaten plant. Dies sind immerhin doppelt so viele Teilnehmer wie noch 2009. Gleichzeitig steigen außerdem die Ausgaben, die Fahrradkäufer bereit sind auszugeben. Anstatt 570 Euro (2009) für ein Rad einzuplanen, rechnen die meisten nun mit durchschnittlichen Ausgaben von 658 Euro.

Die Marke des Rades ist den meisten ziemlich egal. Wichtiger sind hier die einzelnen Fahrradtypen (wie etwa City-Rad, Mountainbike oder Rennrad). Im Gegensatz zu den vorherigen Studien scheint nun auch das E-Bike oder Pedelec im Mainstream angekommen zu sein. Fast jeder Zweite spielt mit dem Gedanken sich so ein Rad anzuschaffen. Vor allem bei den Herren ab 50 Jahren, erfreut sich das Fahrrad mit Motor einer großen Beliebtheit.

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