Disney Themenparks und Urban Exploration

Immobilien des Schreckens

Themenparks und Urban Entertainment erleben zwar gerade eine Art zweiten bis dritten Frühling, aber dennoch gibt es immer wieder Projekte, die nicht unbedingt das erreichen, was man mit ihnen eigentlich verfolgte. Gerade in der Zeit nach den Anschlägen vom 11. September 2001 wurden viele Projekte in den USA zunächst unterbrochen und gerieten anschließend in Vergessenheit. Jeder weiß, dass sich Disney World in Florida befindet und jedes Jahr zahlreiche Touristen anlockt. Was allerdings die wenigsten wissen ist, dass es in Florida mit Discovery Island und River Country auch die zwei einzigen Disney Themenparks gibt, die jemals dauerhaft geschlossen wurden.

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Disney Gelände mit Discovery Island, nahe Orland, Florida (GoogleMaps)

Discovery Island

Discovery Island befindet sich inmitten des Disney World Geländes. In den 1970ern als Wildtier Attraktion auf der Route des Walt Disney World Cruise gebaut und zunächst 1974 unter dem Namen Treasure Island geöffnet,fand 1978 die Umbenennung statt. 1981 sogar als zoologischer Park öffentlich ausgezeichnet, gab es schon Ende der 80er Jahre die ersten Probleme. Viele Mitarbeiter wurden wegen dem Umgang mit den Wildtieren verklagt und sahen sich mit vielen Vorwürfen konfrontiert. Von falscher Haltung über Wilderei finden sich in den Gerichtsunterlagen in Orlando einige Prozesse gegen mindestens 5 Mitarbeiter des Themenparks.

Zwar wurde das Gelände noch einige Jahre weiter als Attraktion genutzt, aber pünktlich zur Eröffnung von Animal Kingdowm, wurde das Gelände inmitten des Bay Lake im Jahre 1999 dauerhaft geschlossen. Spätestens seitdem ranken sich jede Menge urbane Legenden um den gesperrten Bereich in und um Discovery Island. Mal ist die Rede, dass der Park und die angrenzenden Wasser Attraktionen wegen Alligatoren in den Gewässern geschlossen wurden und mal ist es die Schuld des Geißeltieres Naegleria fowleri. Dieser Parasit, im englischen nebenbei auch „brain-eating amoeba“ genannt, hält sich gerne im Wasser auf und kann den Menschen befallen. Wenn dies passiert, erzeugt Naegleria fowleri eine eitrige Hirnhautentzündung oder auch Primäre Anöben-Meningoenzephalitis, die innerhalb einer Woche den Tod verursachen kann.

Generell also Dinge, die man bei Disney vermutlich nicht gerne in Verbindung mit den Themenparks hört. Wobei die Nebenerscheinungen Überlkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Nachensteifheit wiederum Dinge sind, die der ein oder andere nach einem Achterbahnbesuch sicherlich schon einmal verspürt hat.

River Country

Wenn wir schon bei hirnfressenden Amöben sind, gehen wir von Discovery Island doch direkt zum zweiten verlassenen Park. River Country war die Disney Wasser-Freibad Themenwelt, die Ende 2001 dauerhaft geschlossen wurde. Diese befindet sich interessanterweise nämlich auch direkt am Bay Lake und würde somit über dieselben Wasserquellen verfügen wie Discovery Island. Ein Umstand, den auch diese „Dokumentation“ aufgreift. Alles natürlich mit Bildern vor der Schließung und danach:

An der musikalischen Untermahlung müssen zwar beide Videos noch ein wenig arbeiten, aber generell lässt sich ein Eindruck von dem bekommen, was sich im Bay Lake, unweit der noch aktiven Attraktionen in Walt Disney World so alles befindet. Für mich könnten die meisten Bilder auch aus dem Anfang eines 80er Jahre Slasher-Films stammen und nicht aus der Welt von Mickey und Minnie Mouse. Ich meine, die präparierten Schlangen sind mir zumindest aus keiner Disney Geschichte bekannt…

Aber kommen wir nochmal zu River Country zurück. Immerhin 25 Jahre wurde der Wasserpark an der Küste des Bay Lake betrieben, bevor er im Oktober 2001 wegen „Überalterung“ geschlossen wurde. Die neuen Attraktionen wie Blizzard Beach und die Typhoon Lagoon sowie neue Gesetze (Wasser in Freizeitparks darf nicht aus öffenlichen Gewässern stammen sondern muss gechlort und möglichst „rein“ sein), besiegelten das Schicksal von River Country. Hinzu kamen natürlich auch hier die mysteriösen Todesfälle und die uns schon bekannten hirnfressenden Amöben.

Egal was dazu geführt hat, dass die Themenparks geschlossen wurden, die Tatsache, dass sich so viele Legenden um diese Parks bilden konnten, finde ich spannend. Bevor ich der ganzen Sache aber nun auf den Grund gehe, schaue ich mir vielleicht doch nochmal vorab Final Destination 3 und Freitag den 13. an. Ein wenig Cabin Fever noch dazu und schon hat man Ideen, wo die Legenden ihren Ursprung haben könnten. Piranhas gibt es sicherlich auch in Florida. Unabhängig davon, ob nun in 3D oder 3DD 🙂

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Veröffentlicht von

Sicherlich fragen sich jetzt alle, wer hier schreibt: Mein Name ist Helen Schrader, seit 2010 bin ich Diplom-Geographin (Uni Bonn) und eigentlich bin ich bei PIXUM in Köln im Bereich Online Marketing tätig. In meiner Freizeit schreibe ich an UrbanFreak und versuche der Geographie zumindest ein wenig treu zu bleiben.

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