Die Mobilität an der Universität Bonn

Die Standorte sind vorangegangen anhand bestimmter Charakteristika wie der täglichen Verkehrsmittelnutzung und der Bewertung von Park- und Abstellflächen beschrieben worden. In folgendem Kapitel werden diese Ergebnisse aufgegriffen und standortweise verglichen, so dass ein Gesamtüberblick über die standortabhängigen Gegebenheiten abgeleitet werden kann. Aus den Schlüssen, die dieser Vergleich liefert, werden in einem noch folgenden Artikel Maßnahmen vorgestellt, die zu einer ökologisch-verträglicheren Verkehrsmittelnutzung beitragen könnten.

Nutzung der vorhandenen Verkehrsmittel

In Bezug auf den Modal Split werden im Folgenden standortübergreifende Vergleiche herangezogen. Dem Ergebnis des Modal Splits von den untersuchten Standorten wird der Modal Split Bonns und Deutschlands gegenüber gestellt (Abb. 1). Dabei ist zu beachten, dass der deutschlandweite Modal Split sowie der Modal Split von Bonn alle absolvierten Wege darstellt, also nicht nur die in dieser Studie untersuchten Arbeits-/ Ausbildungswege. Diese machen in etwa ein Viertel aller Wege aus. Da aber das Mobilitätsverhalten im Gesamt interessant für das Verhalten hinsichtlich der Verkehrsmittelwahl ist, wird der Vergleich gewagt, inwieweit sich das Mobilitätsverhalten der untersuchten Standorte bezogen auf Deutschland widerspiegelt.

Verkehrsmittelnutzung Bonn

Der Umweltverbund ist an den untersuchten Standorten als Hauptverkehrsmittel vertreten. Fahrrad, ÖPNV sowie zu Fuß gehen summieren sich auf 89,9 % an der Gesamtnutzung. Der Bonner Modal Split weicht von dem der Untersuchung ab (Abb. 1 Mitte). Bonn bestreitet im Gesamtbild 65 % aller Fahrten mit dem Umweltverbund. Die Pkw-Nutzung liegt mit 34 % für die Stadt Bonn um mehr als das Dreifache höher als die innerhalb der Untersuchung (9,3 %). Die ÖPNV-Nutzung der Teilnehmer liegt bei 29,4 % was in etwa dem Doppelten der Stadt Bonn entspricht (14 %). Der Vergleich des Bonner und des deutschlandweiten Modal Splits zeigt ein Übergewicht des Umweltverbundes von ca. 10 %. In der Stadt Bonn ist die Nutzung des MIV sowie des MIV-Mitfahrer geringer. Vergleicht man die Werte der untersuchten Campus mit denen deutschlandweit, sieht man ein starkes Ungleichgewicht zu Gunsten des Umweltverbundes. Deutschlandweit steht der Pkw/ MIV mit 43 % als Hauptverkehrsmittel an der Spitze. An den untersuchten Standorten der Universität Bonn ist es das Fahrrad, welches von 45,3 % der Studierenden und der Belegschaft für die alltäglichen Wege genutzt wird. Es zeigt sich außerdem, dass die Nutzung als Mitfahrer (Pkw bzw. MIV) an den Universitätsstandorten unterrepräsentiert ist (0,3 %). Im Vergleich zum deutschlandweiten Modal Split gehen weniger Personen zu Fuß zur Arbeit/ zum Studium. Weiterhin wird ein Vergleich der Gruppierungen Mitarbeiter und Studierender herangezogen (Abb. 2). Es stellt sich die Frage inwieweit sich ein Unterschied der täglichen Nutzungsgewohnheiten der Verkehrsmittel darstellt. Die Studierenden bewältigen die Wege zum Studium zu 94,7 % mit dem Umweltverbund, wohingegen die Mitarbeiter 15,1 % darunter liegen, bei 79,8 %. Die Pkw-Nutzung macht sowohl als Fahrer wie auch als Mitfahrer bei dieser Gruppe 20,3 % aus.

Es stellt sich nun die Frage inwieweit sich der Modal Split an den untersuchten Standorten unterscheidet. Es konnte nicht für alle Standorte eine aussagekräftige Darstellung realisiert werden, da nicht genügend Teilnehmer diesbezüglich an der Befragung teilgenommen haben. Im Folgenden werden die Ergebnisse vorgestellt.

Vergleich der Standorte – Gruppenunabhängig

Die Teilnehmeranzahl der verschiedenen Standorte ist sehr unterschiedlich ausgefallen. So auch die Nennungen innerhalb der Kategorie „tägliche Nutzung“. Bedingt durch diese Datenlage ist kein repräsentativer Vergleich der Modal Splits möglich. Dennoch werden die einzelnen Modal Splits miteinander verglichen, um Präferenzen bei der Verkehrsmittelnutzung darzustellen (Abb. 3). Im Vergleich liegt die tägliche Pkw-Nutzung am Standort Endenich am höchsten (18,2 %), gefolgt von den Standorten Römerstraße (17,9 %) und ehemaliges LBH (15,0 %). Die Pkw-Nutzung an den citynahen Standorten Campus City (5,1 %) und Poppelsdorf (6,1 %) ist mit ca. 10 % deutlich niedriger. Fahrgemeinschaften werden nach dieser Erhebung zu urteilen nur an den Standorten Endenich (1,5 %) sowie City (1,0 %) genutzt, aber auch sehr geringfügig. Motorisierte Zweiräder werden nur an den Standorten Poppelsdorf (0,6 %) und LBH (2,5 %) verwendet. Der Umweltverbund erfährt bei allen Standorten übereinstimmend mehr als 80 % Nutzung. Die Standorte City (93,9 % bei 98 Nennungen) und Poppelsdorf (93,3 % bei 343 Nennungen) liegen hier mit über zehn Prozentpunkten vor den Standorten ehem. LBH (82,5 % bei 40 Nennungen), Römerstraße (82,1 % bei 67 Nennungen) und Endenich (80,3 % bei 66 Nennungen) und sogar oberhalb des Gesamtergebnis für den Modal Split (89,9 % Umweltverbund insgesamt). Der Standort Venusberg schließt mit 89,3 % (28 Nennungen) an die beiden Standorte City und Poppelsdorf auf, ist aber wie das LBH durch die geringe Anzahl an Nennungen und Teilnehmern statistisch nicht aussagekräftig. Bei allen Standorten liegt die Fahrradnutzung bei mehr als 30 %, mit Ausnahme des Standortes Römerstraße (23,9 %). Die Standorte Poppelsdorf und Endenich erreichen fast 50 % Fahrradnutzung.

Modal Split Uni Bonn

Ähnliche Werte resultieren bzgl. des ÖPNV. An allen Standorten erreichen die Werte der ÖPNV-Nutzung mehr als 30 %. Nur der Standort Endenich liegt mit 21,2 % darunter. Der Weg zu Fuß zur Arbeit oder zum Studium wird generell weniger oft bestritten. An allen Standorten sind die Werte unter 20 % ausgenommen des Standortes City mit knapp über 20 % Fußgängern.

Bewertung der Park- und Abstellmöglichkeiten am Zielgebäude

Da sich die Beschaffenheit der Park- und Abstellmöglichkeiten auch auf die Wahl der Verkehrsmittel auswirken kann, wurden bestimmte Faktoren ermittelt, die wichtig für eine Beurteilung sind. Die Befragung wurde mit unterschiedlichen Auswahlkriterien für Pkw und Fahrräder durchgeführt. Für die einzelnen Standorte spiegelt sich folgendes Bild der Erhebung für Fahrradabstellanlagen wider (Abb. 4). Es fällt auf, dass an den Standorten Endenich (66,7 %) und City (64,3 %) der Faktor Diebstahl ein größeres Problem darstellt als an den anderen Standorten. Die positiven Nennungen sind hier besonders niedrig. Die Situation der Überdachung der Abstellanlagen scheint ein generelles Problem an fast allen Standorten der Uni Bonn zu sein. Bis auf das ehemalige LBH wird die Situation auf diese beiden Faktoren negativ bewertet. Hier sollte auch auf die Kommentare verwiesen werden, die zu den jeweiligen Standorten bzgl. der Park- und Abstellmöglichkeiten erwähnt wurden (Absatz: „Bewertung der Park- und Abstellmöglichkeiten am Zielgebäude“ der jeweiligen Standorte). Diese unterstreichen die in der Abbildungen (Abb. 4) dargestellten Ergebnisse. Die Erreichbarkeit und die Verfügbarkeit werden durchweg an allen Campus positiv bewertet. Es scheint folglich an Anzahl der Fahrradabstellanlagen und der Nähe dieser zum Zielgebäude nicht zu mangeln. Am Standort Endenich bemängelten zusammengefasst mehr Teilnehmer die Abstellanlagensituation als an den anderen Standorten. Der Standort ehemaliges Landesbehördenhaus hat in der Summe die wenigsten negativen Nennungen.

 

Motive der Verkehrsmittelwahl

Nachdem die Verkehrsmittelverfügbarkeit, die Nutzung sowie die für die Verkehrsmittel vorgesehenen Abstellanlagen untersucht worden sind, werden im Folgenden die Nutzungsmotive näher analysiert. Um eine bessere Übersicht geben zu können, sind die Motive, die bei keinem der vier Verkehrsmittel entsprechend hohe Prozentzahlen erreicht haben, nicht angeführt. Die vier höchsten Prozentzahlen der Standorte sind in den Analysetabellen farbig unterlegt. So kann nach Standort und Motiv dargestellt werden, welche Motive ausschlaggebend für die Wahl eines Verkehrsmittels sind. Das motorisierte Zweirad ist wegen zu geringer Beurteilung der Teilnehmer aus diesem Resultat ausgeklammert worden. Der Pkw wird im Modal Split (gesamt/ „täglich“ Abb. 1 oben) von 9,3 % der Befragten genutzt. Hierbei ist zu bemerken, dass die Nennungen für die übrigen Kategorien nicht im Modal Split mit inbegriffen sind.

Die ausschlaggebenden Motive für die Nutzung des Pkw sind an allen fünf Standorten Schnelligkeit/ Zeitersparnis, Flexibilität/ Unabhängigkeit sowie Komfort, wobei das ehem. LBH mit 51,1 % besonders hohe Werte zeigt (Tab. 1). Der Campus Venusberg wurde auch hier wegen der geringen Teilnahme ausgeschlossen. Die Studierenden und Mitarbeiter der Informatikstandorte geben als zusätzliches Motiv die Verfügbarkeit (Römerstraße: 34,2 % und LBH: 40,4 %) an, wobei die Teilnehmer des Campus Poppelsdorf (22,0 %), City (16,3 %) und Endenich (30,2 %) eine Aktivitätenkopplung als Motiv angaben. Die Wahl der Motive zur Nutzung des ÖPNV ist differenzierter wahrzunehmen (Tab. 2). Dies beruht u.a. auf dem unterschiedlichen Anschluss an das ÖPNV-Netz des einzelnen Campus. Übereinstimmend für alle Standorte werden das Wetter und die Kosten als Motiv für die Wahl des ÖPNV gewertet. Der Standort ehemaliges LBH bildet die Ausnahme bzgl. keiner Nennung des Motivs Verfügbarkeit.

ÖV Uni Bonn

ÖV Uni Bonn

Das Motiv Umwelt stellt sich nur bei drei von fünf Campus als Kriterium zur Wahl heraus. Campus City und Endenich ziehen als Motiv die Sicherheit bzw. die Verfügbarkeit (jeweils 22,2 %) und die Kosten bzw. Schnelligkeit/ Zeitersparnis (jeweils 34,7 %) als Motiv vor. Das ehemalige Landesbehördenhaus führt als einziger Standort das Motiv Aktivitätenkopplung an. Bei den Motiven zur Fahrradnutzung werden hohe Prozentzahlen erreicht, was die hohe Verteilung des Verkehrsmittels unter den Teilnehmern unterstreicht (Tab. 3).

Flexibilität/ Unabhängigkeit (38,2-61,9 %), Umwelt (40,8-53,1 %) und Gesundheit/ Fitness (48,7-65,1 %) sind übereinstimmende Motive an allen Standorten. Schnelligkeit/ Zeitersparnis sind bis auf den Campus Römerstraße weitere übereinstimmende Motive für die Wahl des Fahrrades. Für den Standort Römerstraße steht für dieses Motiv das Auto an erster Stelle der Verkehrsmittelwahl. Die Kosten spiegeln die Motivwahl für die Informatikstandorte Römerstraße (32,9 %) und LBH (46,8 %) wider.

Mobilität Uni Bonn

Mobilität Uni Bonn

Zu Fuß gehen hat weitaus mehr Motive als alle anderen Verkehrsmittel (Tab. 4). Hier gibt es weniger Überschneidungen. Eindeutig für alle Campus ist das Motiv Umwelt(12,8 -27,6 %), folgend Gesundheit/ Fitness (12,7-34,7 %), wobei sich hier die Teilnehmer des LBH nicht mit diesem Motiv identifizieren können. Das Motiv Verfügbarkeit wurde an den Standorten City, Römerstraße und LBH angegeben. Insgesamt ist eine disperse Verteilung der Motive zu erkennen. Nur das Motiv Umwelt ist an allen Standorten gewählt worden. Nachdem nun die Motive präsentiert worden sind, werden die Ergebnisse der haushaltseinkommensgebundenen Nutzung der Verkehrsmittel vorgestellt.

Einkommen und Verkehrsmittelwahl

Zu bemerken ist, dass sich die Personengruppen nicht gleichmäßig verteilen. Der prozentuale Anteil an den Gesamtteilnehmern ist in Klammern hinter den Einkommensgruppen vermerkt. Die 9,5 % der Teilnehmer, die keine Angaben zum Einkommen gemacht haben, wurden in dieser Berechnung nicht berücksichtigt. Das Fahrrad stellt mit geringen Schwankungen in allen Einkommensgruppen das Hauptverkehrsmittel dar (Abb. 5). Die Nutzung des Fahrrads zeigt ihren Maximalwert mit 48,8 % in der Einkommensklasse „1000 -<2000 €“ Dieser hohe Anteil an Fahrradfahrern nimmt mit steigender Einkommensklasse stetig ab und erreicht sein Minimum in der Netto-Haushaltseinkommensklasse „4000€>“ mit 42,3 %. Der Anteil der Pkw-Nutzung liegt stetig unter dem des Umweltverbundes (Abb. 5), steigt jedoch mit dem Haushaltseinkommen auf bis zu 21,1 % an. Weiterhin ist zu erkennen, dass auch der Anteil der Fußgänger und der ÖPNV-Nutzer mit der Höhe der Einkommensgruppe abnimmt.

Das Fahrrad stellt mit geringen Schwankungen in allen Einkommensgruppen das Hauptverkehrsmittel dar (Abb. 5). Die Nutzung des Fahrrads zeigt ihren Maximalwert mit 48,8 % in der Einkommensklasse „1000 -<2000 €“ Dieser hohe Anteil an Fahrradfahrern nimmt mit steigender Einkommensklasse stetig ab und erreicht sein Minimum in der Netto-Haushaltseinkommensklasse „4000€>“ mit 42,3 %. Der Anteil der Pkw-Nutzung liegt stetig unter dem des Umweltverbundes (Abb. 5), steigt jedoch mit dem Haushaltseinkommen auf bis zu 21,1 % an. Weiterhin ist zu erkennen, dass auch der Anteil der Fußgänger und der ÖPNV-Nutzer mit der Höhe der Einkommensgruppe abnimmt.

Entfernung und Verkehrsmittelwahl

Anhand der aufgestellten Hypothese „Teilnehmer, die weiter als 10 km entfernt vom Zielgebäude wohnen, nutzen den Pkw für den täglichen Weg zur Arbeit / zum Studium“.“ wurde im Folgenden auf die tägliche Nutzung und die Verkehrsmittelwahl näher eingegangen. Die angegebene geschätzte Entfernung der Wohnorte der Teilnehmer zum Zielgebäude wurde in fünf Klassen aufgeteilt. 562 Nennungen wurden in der Kategorie tägliche Nutzung in Verbindung mit einer Entfernungsangabe vom Wohnort zum Zielgebäude an der Universität Bonn gemacht. Davon wohnen 48,2 % der Probanden innerhalb eines Radius von weniger als 5 km Entfernung zum Zielgebäude. Der zweithöchste Wert wurde in der Klasse über 20 km (23,8 %) erreicht. Die wenigsten Teilnehmer (4,3 %) wohnen 15 – < 20 km vom Zielcampus entfernt. Im Nahbereich wird der Pkw von nur 1,5 % genutzt, steigt dann an bis zu einem Wert von 45,8 % (15 – < 20 km) an und sinkt erneut auf 16,4 % in der Klasse über 20 km Entfernung (Abb. 6). Die Pkw-Mitfahrer und Nutzer von motorisierten Zweirädern sind mit minimalen Nennungen vertreten. Der ÖPNV erreicht den Peak in der Klasse 10 – < 15 km (56,8 %), sinkt dann auf 37,5 % (15 – < 20 km) ab und steigt in der Klasse über 20 km Entfernung wieder auf 49,3 %. Die Fahrradnutzung liegt in den beiden Nahbereichsklassen (<5 km und 5 – < 10 km) am höchsten mit 79,1 % und 51 % und nimmt mit zunehmender Entfernung bis auf 10,4 % ab. In der Klasse „15 – < 20 km“ ist keine Fahrradnutzung verzeichnet. Bei den Fußgängern kann man eine Talform der Daten Beschreiben. In den beiden außenstehenden Klassen <5 km und > 20 km erreichen die Fußgänger die höchsten Werte mit 14,8 % und 23,9 %. Das Minimum liegt in der zentrierten Klasse (10 -< 15 %) bei 2,7 %.

Die Teilnehmer sollten weiterhin angeben, wie lange sie für die Strecke von Tür zu Tür mit den jeweiligen Verkehrsmitteln brauchen. Die gemittelte Dauer der Wege nach Verkehrsmittel sind für den Pkw 23 Minuten, für den ÖPNV 40,9 Minuten, das Fahrrad 18,3 Minuten und der Weg zu Fuß 34,8 Minuten.

Mobilitätsbezogene Maßnahmen an der Uni Bonn

In den vorangegangenen Auswertungen sind bereits einige standortbezogene Trends herausgestellt worden. Wie sieht nun das Gesamtbild aller Teilnehmer aus? Insgesamt sind neun von 15 Maßnahmen positiv bewertet worden. Im Durchschnitt haben sich 4,7 % der Teilnehmer nicht zu den Maßnahmen geäußert. Auch hier wurde der Campus Venusberg nicht mit in die Auswertung mit einbezogen. Die Bereitstellung von Dienstwagen oder -rädern hat keinen Zuspruch bei den Probanden gefunden (Abb. 7). Keiner der Standorte hat hier ein positives Resultat erreicht. Ebenfalls die Maßnahmen der Mobilitätsberatung und der Mitarbeiterschulung werden an keinem der Standorte als gut angesehen, ebenso wie die Erschließung der einzelnen Standorte mit einem universitätseigenen Shuttle-Dienst.

Mobilitätsbezogene Maßnahmen Uni Bonn

Ein öffentliches Fahrradverleihsystem wird mit 57,7 % in der Gesamtauswertung befürwortet. Nur die Standorte Römerstraße und LBH haben sich gegen eine Einführung entschieden. Die City-Bike Standorte auf den Campus werden, bis auf den Standort City, verneint. Nur das LBH hat hier Prozentwerte nahe der 50 % Befürwortung zu verzeichnen. Positive Zustimmung erfährt das Bonussystem für nachgewiesene Nutzung des Umweltverbundes mit 59,8 %. Die Römerstraße und das LBH stimmen jedoch auch hier dagegen. In puncto Gesundheitsfördernde Maßnahmen, wie z.B. mit dem Rad zu Arbeit, wird mit 63,5 % positiv beurteilt. Die Römerstraße bildet auch hier die Ausnahme mit einer negativen Bewertung. Ein Bereitstellen von Fahrradzubehör bzw. Wartungsinstrumenten an zentralen Standorten wird von drei von fünf Standorten angenommen – nur das LBH sowie der Standort Römerstraße fallen raus und sind gegen eine Einführung. Die Umkleide- und Duschmöglichkeiten im Zielgebäude finden im Ganzen keine zusagenden Stimmen. Probanden des Campus Endenich befürworten eine Installation von Umkleiden, jedoch nicht der Duschen. Das LBH hingegen findet die Installation beider Einrichtungen gut. Negativ empfinden die Standorte Römerstraße und LBH die Etablierung von Fahrgemeinschaften, was die anderen drei Standorte jedoch befürworten. In zwei Punkten sind sich alle Campus einig. Das Informationsmanagement (78,0 %) sowie die Bewachung von Park- und Abstellmöglichkeiten sind (63,8 %) einstimmig positiv bewertet worden. Insgesamt lässt sich sagen, dass die Römerstraße (zwei positive Ergebnisse) und das ehemalige Landesbehördenhaus (fünf positive Ergebnisse) nicht zu den Befürwortern dieser mobilitätsbezogener Maßnahmen gehören. Eine Auswahl von Kommentaren zur offenen Frage des Fragebogens sollen an dieser Stelle die Ergebnisse unterstreichen.

  • öffentliches Fahrradverleihsystem für Studenten umsonst!!! Radstationen an den jeweiligen Unistandorten (…) (Student, Standort Poppelsdorf)
  • man sollte kostenlose Schläuche und andere kleinteilige Verschleißteile umsonst an einer zentralen Stelle erhalten, wenn man Student mit Führerschein ist und dennoch mit dem Rad fährt. (Umweltbildung, Nachhaltigkeit) (Student, Standort Poppelsdorf)
  • Umsetzung der Fahrradwerkstatt incl. kostenloser Reparaturkurse (Student, Standort Poppelsdorf)
  • Leihfahrräder zwischen den Campusstandorten kostenfrei anbieten (Student, Standort Poppelsdorf)
  • Duschen und Umkleidemöglichkeiten für Studenten im Campusbereich wären sehr wichtig! (Student, Standort Poppelsdorf)
  • Duschen und Umkleiden erleichtern bei Mitarbeitern sicher die Entscheidung für das Rad. Das Problem ist aber eher, dass die Stadt fahrradunfreundlich ist – es gibt kaum Radwege, Bahnunterführungen etc. Mich hält das nicht davon ab, dass Rad zu nutzen – es nervt aber. (Student u. wissenschaftlicher Mitarbeiter, Standort Walter-Flex-Straße)
  •  Information über Mitfahrgelegenheiten/Fahrgemeinschaften per Internet (Verwaltungspersonal, Standort City)
  • Es sollte nicht, wie teilweise für Poppelsdorf geplant, versucht werden den Anteil der PKW-Fahrer zu senken indem einfach die Parkplatzsituation verschlechtert wird, anstatt Umstiegswilligen durch Abstell-, Dusch- und Umkleidemöglichkeiten Anreize zu schaffen. (Technisches Personal, Standort ehem. LBH)
(4 votes, average: 5,00 out of 5)
Loading...

Veröffentlicht von

Mein Name ist Daniel Euler und seit 2013 bin ich Diplom-Geograph (Uni Bonn). Mein Schwerpunkt im Studium war, wie hier sicherlich unschwer zu erkennen, die Mobilität. Ich beschäftige mich mit nachhaltigen Verkehrskonzepten, alternativen Mobilitätsformen und natürlich allem was mit dem Fahrrad zu tun hat.

Kommentare

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Fahrradparken am LBH - my own blog

Schreibe einen Kommentar