Das Streetmuseum of Art in Williamsburg

Sicherlich ist es schwierig einen Trip in eine Großstadt zu unternehmen und dabei nicht dauernd auf Streetart jeglicher Couleur zu stoßen. Seien es Graffitis, Aufkleber oder Gehäkeltes. In jeder Stadt bieten sich dem aufmerksamen Beobachter vielfältige Straßenbilder. Für uns war es daher keine Frage, dass es auch dieses Jahr in New York wieder eine Tour de Streetart geben wird. Neben 5 Pointz wurden wir aber noch auf das Streetmuseum of Art aufmerksam gemacht. – Ein Geheimtipp, den ich natürlich nicht für mich behalten möchte.

5Pointz, fünf Jahre später

HSNYC20130587Zunächst ging es aber wieder nach Five Pointz. Schließlich sind die Stunden dieses beeindruckenden Warenhauses ziemlich sicher gezählt und vermutlich steht der gesamte Gebäudekomplex noch dieses Jahr vor dem Abbruch. Das gesamte Gelände um die 5 Pointz in Long Island City, Queens verändert sich rasant und verliert immer mehr von seiner spröden, einfachen Schönheit. Gentrification findet an nahezu jeder Straßenecke statt und die veralteten, oftmals leer stehenden oder zu sehr geringen Preisen vermieteten Apartment- und Lagerhäuser müssen den neuen Eigentumswohnungen und Bankgebäuden weichen.

Williamsburg, Brooklyn

HSNYC20130621Aber gut, von 5 Pointz habe ich ja schon berichtet und abgesehen davon, dass es auch 2013 wieder jede Menge faszinierende Kunstwerke an den Wänden gab, waren wir auf unserem New York Trip noch aus einem anderen Grund auf der anderen Seite des East River. Durch Zufall hatten wir nämlich erfahren, dass das ebenfalls gentrifizierte Williamsburg in Brooklyn eine ganz eigene Idee hatte Streetart massentauglicher zu machen. In Nachbarschaften, die in den letzten Jahren hauptsächlich für die Enklavenbildung von chassidischen Juden, Italienern, Puerto Ricanern und Dominikanern bekannt waren, ist durch eine Änderung in den Bebauungsvorschriften im Jahre 2005 Bewegung gekommen. Daher werden auch in Williamsburg immer öfter alte Gebäude durch neue ersetzt und auch hier verschwindet nach und nach das natürlich gewachsene nachbarschaftliche Umfeld. – Und mit ihm auch die Streetart an den Gebäuden.

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Dies war für das SMoA (The Street Museum of Art) ein Grund, etwas gegen dieses Vergessen zu unternehmen und sich an den Guerillataktiken der Sprayer selbst zu orientieren. Seit Herbst 2012 gibt es in ganz Williamsburg verstreut eine Art Open Air Museum. Die Arbeiten von so bekannten Größen wie Sweet Toof, Gaia und Imminent Disaster wurden kurzerhand mit Hinweistafeln ausgestattet und in die urbane Landschaft integriert.

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Das Konzept hinter Streetmuseumofart

HSNYC20130834Die Schilder neben den eigentlichen Kunstwerken sollen die Interaktion der zufälligen Passanten sowie der absichtlichen Besucher fördern. Des Weiteren animieren die Tafeln zum aktiven erkunden des Stadtteils. Das Streetart-Kunstwerk wird vor Ort und in seinem beabsichtigten Kontext angesehen und bietet gleichzeitig die Möglichkeit den sich wandelnden Stadtteil Williamsburg aus Sicht der Künstler wahrzunehmen.

London und Beyond Banksy

Anscheinend hat sich das Konzept von Streetmuseum of Art durchgesetzt. Denn zum Jahreswechsel entstand eine ähnliche Ausstellung in London. Unter dem Titel „Beyond Banksy: Not another Gift Shop“ sind auch in London Kunstwerke von C215, Pablo Delgado oder Space Invader in London beschriftet und, wie schon in Williamsburg mit einem passenden QR Code versehen.

streetmuseumofartlondon

Definitiv eine Art von Museum mit der ich mich anfreunden kann. Immerhin sind einige der Bilder wirklich nicht zu verachten.
Aufgrund der Fülle an Bildern wird es auch vom diesjährigen Trip nach New York wieder eine kleine Zusammenstellung von der entdeckten Streetart in unserer Facebook-Gruppe geben. Schaut die Tage also einfach einmal vorbei.

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