Der Campus Römerstrasse

Für dieses Kapitel bewegen wir uns in den Bonner Norden um den Campus Bonn Castell an der Römerstraße genauer unter die Lupe zu nehmen. Hier treffen Autobahnauffahrt und Rheinpromenade als gegensätzliche Zugänge des Campus aufeinander. Aber auch die Bushaltestelle „Pädagogische Fakultät“ gibt dem ÖPNV hier Anschluss.

Campus Bonn-Castell (Römerstraße)

Am Standort Campus Bonn Castell fällt bei der Befragung die Gewichtung der ersten beiden Altersklassen sehr hoch aus. Der Großteil der Teilnehmer an diesem Standort ist männlich (78,1 %). Dieses Übergewicht zieht sich durch alle Altersklassen, wobei die Klasse der 18-27-jährigen 61,6 % dieses Standortes ausmachen. Dies ist auch an der Verteilung der Gruppenzugehörigkeit wieder zu erkennen. Die 76 befragten Teilnehmer verteilen sich wie folgt: 82,3 % Studierende, 8,9 % wissenschaftliche Mitarbeiter, jeweils 3,8 % Professoren und technisches Personal und 1,3 % Verwaltungspersonal. Die Option der Mehrfachnennungen bzgl. der Auswahl der Gruppe erlaubt eine höhere Anzahl von Nennungen als Teilnehmer.

ÖPNV & Verkehrsmittelverfügbarkeit

Die Möglichkeit der Befragten am Verkehr teilzunehmen, ähnelt den der bereits angesprochenen Standorten. Wie durch die Alters- und Berufsgruppenverteilung zu erwarten war, besitzen 89,5 % ein Studiticket (Abb. 1 oben). Der hohe Besitz der Studitickets deckt sich mit den hohen Studierendenzahlen der Teilnehmer. Entsprechend gering sind die weiteren Zeitkarten verteilt: 3,9 % besitzen ein Jobticket und 6,6 % besitzen keine Zeitkarte des ÖPNV. Eine andere Zeitkarte besitzt niemand der Befragten an diesem Standort

Zeitkarten- und Verkehrsmittelverfügbarkeit Römerstraße Römer

Die Verfügbarkeit der angebotenen Verkehrsmittel ist standortübergreifend ähnlich (Abb. 1 unten). Allerdings liegen die Werte des Pkw-Besitzes an diesem Standort ca. 10 % höher als an den bereits angesprochenen Standorten (71,1 %). Auch das Fahrrad (86,8 %) erreicht erneut hohe Werte. Besonders hoch ist hier die Verfügbarkeit von motorisierten Zweirädern (17,1 %).

Nutzung der Verkehrsmittel

In der Abbildung ist die Verkehrsmittelnutzung dargestellt.

Mit einem Anteil von 43,3 % überwiegt die ÖPNV-Nutzung am Standort Römerstraße im Vergleich zu den anderen Standorten. Das Fahrrad hingegen trägt, obwohl mehr als Dreiviertel der Befragten eines besitzen, mit 23,9 % einen geringen Anteil am Modal Split- Die hohe Verfügbarkeit von motorisierten Zweirädern spiegelt sich jedoch nicht in der Nutzung wieder. Niemand gab an, täglich mit diesem Verkehrsmittel zum Campus Römerstraße zu fahren. Die Pkw-Verfügbarkeit ist wiederum im Modal Split wiederzuerkennen. 17,9 % fahren täglich mit dem Pkw.

Einkommen und Verkehrsmittelwahl

Die Auswertung der einkommensklassengebunden Verkehrsmittelnutzung zeigt (Abb. 3), dass die meisten Teilnehmer dieses Standortes sich in der Klasse „2000€ – < 4000€“ Netto-Haushaltseinkommen pro Monat befinden (35,5 %). In dieser Klasse wird als Hauptverkehrsmittel der ÖPNV genutzt (47,4 %), gefolgt vom Fahrrad (26,3 %) und Pkw (21,1 %). Die höchste ÖPNV-Nutzung (53,3 %) wird in der Einkommensklasse < 1000€ nachgewiesen und nimmt mit der Erhöhung des Haushaltseinkommens (18,2 %) ab. Gleichzeitig steigt die Fahrradnutzung mit niedrigen Werten in der Klasse < 1000€ auf 35,3 % in der Klasse 1000€ -< 2000€ Netto-Haushaltseinkommen an. In der Klasse „< 1000€“ sind die geringsten Werte der Fahrradnutzung vorzufinden sind. Die Pkw-Nutzung nimmt von 6,7 % (< 1000€) auf 45,5 % (> 4000€ Netto-Haushaltseinkommen) zu.

Einkommen und Verkehrsmittelwahl

Bewertung der Park- und Abstellmöglichkeiten am Zielgebäude

Die zu bemängelnden Aspekte der Fahrradabstellanlagen ähneln in der Darstellung (Abb. 4) denen der bereits angesprochenen Standorte. Auch am Campus Römerstraße werden sowohl die Überdachung (73,7 %) als auch die Sicherheit (Diebstahl) (47 %) der Anlage bemängelt.

Letzteres wird von einer geringen aber dennoch relativ hohen Anzahl von Stimmen gleichzeitig als positiv bewertet (> 30 % positiv beurteilt ähnliche Unstimmigkeiten zeigen sich beim Punkt Beleuchtung. Insgesamt wird die Beleuchtung der Abstellanlagen als positiv (59,2 %) bewertet. Als nicht geeignet stehen dem 23,7 % der Stimmen gegenüber. Die eigene Sicherheit (77,6 %), die Entfernung zum Zielgebäude (82,9 %) sowie die Verfügbarkeit (78,9 %) sind positiv beurteilt worden.

Mobilitätsbezogene Maßnahmen an der Uni Bonn

Der Campus Castell bewertet die angebotenen mobilitätsbezogenen Maßnahmen insgesamt sehr negativ (Abb. 5). Von 15 vorgeschlagenen Maßnahmen wurden nur zwei positiv bewertet. Im Durchschnitt sind 52 % der Nennungen negativ bewertet worden, nur 38,5 % positiv. Die Bewachung von Park- und Abstellmöglichkeiten (60,5 % Zustimmung) sowie das Informationsmanagement (69,7 %Zustimmung) sind für diesen Campus hervorzuheben. Besonders negativ sind die Maßnahmen Mitarbeiterschulung, Bereitstellung von Dienstwagen und die Mobilitätsberatung aufgefallen (jeweils ≤ 25 % positiven Nennungen). Im Schnitt geben 9,1 % keine Meinung zu den einzelnen Maßnahmen ab.

Mobilitätsbezogene Maßnahmen Römerstraße

Trotz der negativen Beurteilung der Maßnahmen sind Kommentare zu mobilitätsbezogenen Maßnahmen aufgenommen worden:

  • Einrichtung von Shuttle-Pendelbusverkehr zwischen den Universitätscampi (HG, Poppelsdorf, Venusberg, Landesbehördenhaus, B-IT, Römerstr, …) (Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Standort Römerstraße)
  • Wiedereinführung einer Buslinie, die den Standort Römerstrasse mit der Nussallee direkt verbindet, wie es vor meiner Studienzeit mal war. (Student , Standort Römerstraße)
  • Es ist ziemlich uncool mit öffentlichen Verkehrsmitteln vom LBH zur Römerstrasse zu pendeln – im Idealfall sind dafür 30 Minuten eingeplant. (Student , Standort Römerstraße)
  • Mehr Fahrradständer, ansonsten alle gut in der Römerstrasse mit seiner Tiefgarage (Student, Standort Römerstraße)
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Veröffentlicht von

Mein Name ist Daniel Euler und seit 2013 bin ich Diplom-Geograph (Uni Bonn). Mein Schwerpunkt im Studium war, wie hier sicherlich unschwer zu erkennen, die Mobilität. Ich beschäftige mich mit nachhaltigen Verkehrskonzepten, alternativen Mobilitätsformen und natürlich allem was mit dem Fahrrad zu tun hat.

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