Von Bunker Hill bis South Park

Bevor es in den wohlverdienten Weihnachtsurlaub geht, starte ich doch die nächste Themenreihe zu Los Angeles. Diesmal will ich die einzelnen Stadtquartiere innerhalb des Highway-Ringes um das Zentrum einmal vorstellen. – Na ja, zumindest die Stadtteile in denen es etwas zu sehen gibt und die man fußläufig erreichen kann, wenn man sein Auto an einem der riesigen Parkflächen abgestellt hat, die sich zwischen Bunker Hill bis South Park erstrecken. Die zu erreichenden sechs Stadtteile beinhalten neben den schon genannten obigen nördlichsten und südlichsten Quartieren noch die Stadtteile Historic Core / Gallery Row, Fashion District, Civic Center und Financial Center.

Die Wohnquartiere der Downtown

South Park L.A. ist Heimat der L.A. LakersDie sechs Quartiere unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht. Dies betrifft neben der bloßen Größe natürlich auch die geographischen Voraussetzungen, die Anbindung an das ÖPNV-Netz, das Vorhandensein von Arbeitsplätzen und Freizeiteinrichtungen sowie das Angebot an verfügbarem und erschwinglichem Wohnraum. Schließlich ist für eine Revitalisierung eines Stadtteils und Nutzungsmischung vor allem eins wichtig: die Bewohner.

U-Bahn in Downtown L.A.Um nun zu klären, wie sich die vormals fast (wohn-)bevölkerungsleere Downtown in eine prosperierende 24-Stunden Attraktion verwandeln konnte, werden nun die Stadtteile noch einmal einzeln untersucht.

Gemeinsam mit dem Ausbau der Funktionen Arbeiten, Wohnen, Versorgung, Freizeit und Verkehr, also dem was eine Nutzungsmischung per se ausmacht, konnte die Bedeutung der Innenstadt in entscheidendem Maße ausgebaut werden. Das gleichzeitige Vorhandensein dieser fünf Faktoren erhöht nicht nur die Lebensqualität, sondern verringert Wege, die im täglichen Leben zurückgelegt werden müssen, erhöht die Abwechslung im Quartier und sorgt für eine nachhaltigere Lebensweise. Durch die unterschiedlichen Straßenschild in Bunker HillVoraussetzungen innerhalb der Quartiere ist es wichtig, Besonderheiten und Alleinstellungsmerkmale zu fördern und Schwächen durch die Verbindung zu anderen Stadtteilen und Nachbarschaften zu verringern.

Welchen Herausforderungen sich die sechs untersuchten Stadtteile dabei stellen mussten, inwieweit die Nutzungsmischung bei der Revitalisierung eine Rolle spielte und in Zukunft eine Rolle spielen wird, werden die folgenden Beiträge schildern.

Damals und Heute: Downtown Los Angeles

Um das ’Jetzt’ genau verstehen zu können, ist es wichtig, einen Blick auf das ’Gestern’ zu werfen. Wie der historische Abriss der Downtown schon andeutete, ist die Bedeutung als innerstädtischer Wohnort in den letzten Jahren sehr wechselhaft gewesen. Einer prosperierenden Zeit zu Ende des 19. Jahrhunderts folgten Bevölkerungsabnahme und ein immenser Verlust an Wohnfunktion durch Redevelopment-Maßnahmen, die in den 1960er Jahren in Bunker Hill begannen und sich von dort über die gesamte Downtown ausbreiteten und schließlich dazu führten, dass jeder Stadtteil in irgendeiner Form saniert und umgebaut wurde.

Apartments in Bunker HillWie groß sich die Sanierungsmaßnahmen im Einzelnen auf die Stadtteile auswirkten, kann anhand der schon öfter im Blog erwähnten historischen Karten der Firma Cartifact festgestellt werden.

Außerdem kann auf diese Weise nachvollzogen werden, wo sich größtenteils die Entwicklung der Bevölkerung und der Wohnfunktion in den unterschiedlichen Stadtteilen konzentriert hat. Die umfassenden Auswirkungen dieser Revitalisierung belegen allerdings schon allein die Zahlen der Wohneinheiten, die seit 1999 in der Innenstadt entstanden sind:

„In 1999 there were about 3.200 marked rate residential units and today its 15.000, so it’s a big deal. And it has really changed the world of downtown L.A.” (Interview B)

„Now we have 15,000 units. Two thirds is for rent; actually a little bit more of it and the rest are condos. And the rental market has 12 % vacancy and the condo market is tough to measure right now, any condo project in downtown that is over 3 years old is full. (…) Another misconception about downtown is that nobody’s living here. No. 90% percent of the people that own an apartment downtown live in downtown or at least live part of the year in downtown.“ (Interview C)

Abgesehen davon, dass es nun mehr market rate Wohnungen gibt, die für eine bessere Durchmischung der einzelnen sozio-ökonomischen Schichten sorgen, konnte ebenfalls der Wohnungsmarkt für low- und extremely low income Mieter erweitert werden. Besonders die Stadtteile South Park und Historic Downtown konnten durch das Konzept der Micro-Apartments ein vielfältiges und vor allem ausgefallenes Wohnangebot bereitstellen und dadurch breite Bevölkerungsschichten ansprechen. Aber auch die anderen untersuchten Stadtteile haben sich in den Jahren gewandelt, wurden umgebaut oder saniert und nehmen nun auf ihre ganz eigene Weise an der Revitalisierung teil. Hierzu aber in den folgenden Wochen mehr.

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